Tausende Bauten öffnen ihre Türen für Besucher 

Tag des offenen Denkmals am Sonntag

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In der Region können Besucher am Sonntag viel entdecken. Zum Beispiel im Krummschen Mausoleum in Offenbach (11.30 bis 15.30 Uhr, oben links), am Luftbrückendenkmal an der A 5, Rosinenbomber inklusive (10 bis 17 Uhr) oder am Schloss Schönborn in Heusenstamm (15 bis 19 Uhr, um 11 eröffnet eine Ikebana-Ausstellung, um 15 Uhr gibt’s eine Lesung zu „350 Jahre Schloss“ des Heimat- und Geschichtsvereins).

Köln/Frankfurt - Kelten und Römer, Mönche und Adlige, Wanderarbeiter und Architekten: Sie alle prägten die Kulturlandschaft Europas. Der Tag des offenen Denkmals am Sonntag stellt die verbindenden Elemente Europas in den Fokus.

Und die Probleme, die Denkmalschützer heute haben.

Heimat, was ist das? Ein Ministerium oder Debatten um kulturelle Identität füllen den Begriff nur wenig mit Leben. Meist sind Zugehörigkeitsgefühle mit Orten, Erlebnissen und Bauten verbunden. Unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“ öffnen am Sonntag bundesweit etwa 7 500 Denkmäler ihre Türen, Pforten, Katakomben. Da gibt es viel zu entdecken, über Heimat, Kultur, Europa.

In diesem Jahr will die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Blick auf verbindende Elemente der europäischen Kulturlandschaft lenken. Das Thema knüpft an den Leitgedanken des Europäischen Kulturerbejahrs an: „Sharing Heritage“ (Erbe teilen).

Ob historisches Gebäude, Park oder archäologische Stätte, Spuren aus anderen Ländern finden sich viele, vor allem hinsichtlich der verwendeten Materialien: Marmor aus Italien, Farbpigmente aus dem Orient, Wandteppiche aus Flandern oder Fliesen aus Delft. Auch Materialien wie Bauholz, Steine oder Ziegel wurden zum Teil überregional eingekauft, um Gebäuden eine Aura des Besonderen zu verleihen.

Auch der Status-Gedanke spielte eine Rolle. Der Gebrauch exklusiver Materialien und Stile „belegte zugleich eindrucksvoll den Reichtum, Geschmack und die Weltgewandtheit ihrer Besitzer und verarbeitenden Künstler“, so die Stiftung Denkmalschutz.

Ihr Vorsitzender, Steffen Skudelny, mahnt aber an: Die eine Million Denkmäler in Deutschland in Schuss zu halten ist nicht leicht. „Oft fehlen die Mittel.“ Die Zuschüsse, die Eigentümer erhielten, seien zu knapp. Vor allem Privatleute, die sich um Denkmäler kümmerten, fühlten sich allein gelassen – trotz steuerlicher Anreize, sagt Skudelny. „Da wäre vor allem eine gute fachliche Begleitung nötig.“

Die Stiftung organisiert den Tag des offenen Denkmals seit 25 Jahren. Inzwischen hat er sich zur größten Kulturveranstaltung in Deutschland entwickelt, mit 3,5 Millionen Besuchern im vergangenen Jahr. Feierlich eröffnet wird die Aktion diesmal in Köln.

Bilder aus dem frisch sanierten Stadtmuseum

Manche Denkmäler bauen bereits aufgrund ihres Zwecks Brücken zwischen den Kulturen, etwa Verkehrsmittel oder Verkehrswege wie Kanäle oder Eisenbahnen. Auch Menschen verbinden Regionen Europas: Kunstmaler, Landschaftsplaner, Baumeister und Ingenieure schufen Vielfalt. Die typischen Wanderjahre der Handwerker trugen dazu bei, dass sich Arbeitstechniken oder Baustile verbreiteten. Exotische Elemente verbanden sich mit lokalen Gewohnheiten.

Planungshilfen für den Tag listen App und Karte auf tag-des-offenen-denkmals.de/besucher/programm. Besucher können sich dort eine optimale Denkmal-Tour zusammenstellen und Infos über Öffnungszeiten oder Führungen abrufen. Die Karte zeigt alle beteiligten Denkmäler. (kna/dpa)

Viele Veranstaltungen in der Region:

Rhein-Main ist Denkmalhochburg. Entsprechend viele Angebote gibt’s am Sonntag für Kulturinteressierte. In Hanau etwa lädt das Historische Museum Schloss Philippsruhe zu Führungen ein (13 und 15 Uhr). Auch die Wallonisch-Niederländische Kirche ist um 10.30 Uhr zugänglich. In Neu-Isenburg kann bei einer Tour (Start: 15 Uhr) das Erbe der Hugenotten entdeckt werden. In Offenbach öffnen neben dem Krummschen Mausoleum erstmals das Haus Im Frankfurter Grund 12 (11 bis 17 Uhr) mit Luftschutzbunker und Bieberer Archiv, die Schlosskirche Rumpenheim (15 bis 18 Uhr) sowie die Französisch-reformierte Kirche an der Herrnstraße 66 (9 bis 12 und 14 bis 16 Uhr). Auch St. Marien ist ganztätig zugänglich. Das Angebot in Frankfurt ist ebenfalls vielfältig, dabei gibt es etwa die Möglichkeit, die Alte Nikolaikirche anzusehen, ebenso die Lutherkirche im Nordend. In Ober-Roden wartet auf der bäuerlichen Hofanlage eine Ausstellung des Heimat- und Geschichtsvereins (11 bis 19 Uhr), in Dieburg können Besucher bei einer anderthalbstündigen Führung im Schlossgarten (Start: 14.30 Uhr) ausspannen. In Seligenstadt dürfen sich Gäste gleich über mehrere Angebote freuen, darunter das Konzert „Hör-mal im Denkmal“ mit dem Reussischen Kammerorchester Gera in der Einhardbasilika (20.15 Uhr). (eml)

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