Polizei sucht Zeugen

Angeschossener Mann vor Klinik abgeliefert - Fahrer verschwindet

Frankfurt - Ein angeschossener Mann wird blutend vor einer Klinik abgeliefert. Der Fahrer düst weiter, ohne dem Schwerverletzten zu helfen. Die Polizei steht vor einem Rätsel, sie sucht bei Twitter und Facebook nach Zeugen.

Hat jemand möglicherweise Beobachtungen machen können, wie eine Person ein blutverschmiertes Auto reinigt? Die Frage der Polizei Frankfurt an die Bevölkerung könnte ebenso aus einem Krimi stammen. Anlass ist jedoch eine Szene aus dem realen Leben: Am späten Sonntagabend gegen 23 Uhr übergibt ein unbekannter Autofahrer den Notärzten eines Krankenhauses einen schwerverletzten Mann. Wie die Polizei gestern mitteilte, eilt der Fahrer anschließend weiter.

Die Ärzte müssen den 33-Jährigen sofort operieren, er blutet stark aus dem Bein. In der linken Wade steckt eine Kugel, offenbar wurde der junge Mann angeschossen. Der 33-Jährige schweigt bislang. "Er kooperiert nicht mit uns", sagte ein Polizeisprecher heute gegenüber der Deutschen Presseagentur. Deshalb sei ungeklärt, warum und wo es zu der Verletzung kam. Die Polizei sucht daher noch immer Zeugen, die weitere Beobachtungen gemacht haben. "Kennt jemand eine Person mit einem Pkw, welcher seit gestern Abend im Innenraum blutverschmiert ist?", fragt sie in ihrer Pressemitteilung.

Auch auf Twitter und Facebook rufen die Beamten zur Zeugensuche auf. Die Reaktionen der Nutzer fallen unterschiedlich aus: Ein junger Mann plädiert bei Facebook für mehr Videoüberwachung an Ampeln, was die Beamten in ihrer Antwort als "rechtlich nicht haltbar" verneinen. Eine Nutzerin fordert daraufhin eine Gesetzesänderung. Eine andere Facebook-Userin betitelt den Fahrer als "netten Mann", da er den Verletzen immerhin ins Krankenhaus gefahren habe.

Ob der Autofahrer den schwerverletzten 33-Jährigen tatsächlich aus purer Nettigkeit den Ärzten übergeben hat oder in einen Kriminalfall involviert ist, muss die Polizei noch ermitteln. Zeugen werden gebeten, sich bei der Kripo unter der Nummer 069/755-53111 zu melden. (tas)

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Rubriklistenbild: © dpa

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