In Heusenstamm lebender Wettbüro-Inhaber heimtückisch ermordet

Anklage gegen Auftragskiller von Oliver F. erhoben

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Vor einem Geschäftshaus in Sachsenhausen wurde der in Heusenstamm lebende Oliver F. mit drei Schüssen getötet.

Frankfurt/Heusenstamm - Nach einem Auftragsmord am zuletzt in Heusenstamm lebenden Oliver F. vor einem Frankfurter Wettbüro hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt Anklage gegen den mutmaßlichen Killer erhoben. Zum Auftraggeber fehlt auch drei Jahre nach der Tat noch jede Spur.

Der 45-jährige Angeklagte werde sich voraussichtlich wegen heimtückischen Mordes aus Habgier vor dem Landgericht Frankfurt zu verantworten haben, sagte heute Oberstaatsanwältin Nadja Niesen. Am 3. Januar 2014 war der damals 50 Jahre alte Oliver F. vor seinem Wettbüro im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen mit drei Schüssen aus einer Maschinenpistole getötet worden. Beamte hatten die Leiche des Mannes, der in Heusenstamm lebte, in einer Blutlache im Windfang des Büro- und Ärztehauses gefunden. Der Angeschuldigte hat sich wegen der Maschinenpistole voraussichtlich auch wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vor Gericht zu verantworten. Auftraggeber für die Tat soll ein 49 Jahre alter früherer Geschäftspartner des Opfers sein, der bereits im Dezember 2013 mit unbekanntem Ziel Deutschland verlassen hat.

Die beiden Geschäftsleute hatten sich offenbar im Streit getrennt. "Der Auftraggeber machte dabei das Opfer für sein berufliches Scheitern verantwortlich", sagte Niesen. Von dem ausgereisten Mann fehlt bislang jede Spur. Der Auftragskiller war laut Anklage noch am Abend des Tattages in Neu-Isenburg mit falschen Papieren festgenommen worden. Mittlerweile sitzt er in Haft, nachdem er in Berlin wegen einer anderen Gewalttat zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden war.

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Nach der Hinrichtung von Oliver F., der Inhaber der Sportwettenfirma „Happy Bet“ war, tauchte immer wieder die Idee auf, F. habe sich bei seinen Geschäftsplänen mit den falschen Leuten angelegt. So kursierten Gerüchte habe sich mit dem Gedanken getragen, seine Geschäftstätigkeit nach Osteuropa auszuweiten und sei möglicherweise mit den falschen Leuten aneinandergeraten. Er war angeblich auf dem Weg zu einem Termin mit einem Kunden, als ihn die tödlichen Schüsse trafen. Tatsächlich betrieb Oliver F. Wettbüros deutschlandweit, zudem mobile Spielmöglichkeiten und Online-Plattformen. Sitz der Firma war Malta. In den 90er Jahren soll Oliver F. zudem Teilhaber der ehemaligen Diskothek „Paramount Park“ in Rödermark gewesen sein. Die Polizei hatte direkt nach der Tat eine Sonderkommission mit dem Namen „Soko Walter“ eingerichtet. (dpa/dani)

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