Ohne Kopf gefunden

Rätsel um tote Nilgänse gelöst: Keine Tierquälerei

Frankfurt - Das Rätsel um acht tote Nilgänse im Frankfurter Ostpark ist gelöst. Die am vergangenen Dienstag aufgefundenen Tiere seien an einer parasitären Infektion gestorben, teilte die Polizei am Montag mit.

Einige Gänse verwesten dort schon seit mehreren Tagen, zwei anderen fehlte der Kopf. Die Polizei ging daher zuvor von Tierquälerei oder tödlichen Verletzungen durch Tierbisse aus. Nachdem ein Veterinär die auf Eis gelegten Kadaver untersucht hatte, stellte sich der Anfangsverdacht allerdings als falsch heraus. Erst nach dem Tod der Tiere haben womöglich Füchse die Köpfe abgebissen, wie ein Polizeisprecher sagte. Ein grassierender Krankheitserreger ist der Polizei nicht bekannt. Sie erwarte keine weiteren Fälle.

Nilgänse sind vor allem wegen des Kots für Parkbesucher ein Ärgernis. Die Tiere gelten seit 2017 als "invasive Art", die nach Angaben einer EU-Verordnung zum Abschuss freigegeben werden müssten. Die Stadt Frankfurt sieht auf ihren Grünflächen keinen Grund für Abschüsse. Die Tiere bedrohten weder andere Tierarten noch den Pflanzenbestand, sagte eine Sprecherin des Umweltdezernats Frankfurt. Seit März soll ein Schutzzaun im Ostpark die Tiere von den Wiesen fernhalten.

Für das Brentano-Bad hat das Ordnungsamt bis zum 31. August den Abschuss von sieben alleinstehenden Nilgänsen genehmigt. Ausgenommen seien davon Eltern- und Jungtiere, sagte ein Sprecher des Ordnungsamtes. Ab dem 1. September sei die Schonfrist für die Tiere allerdings ohnehin vorbei. Nilgänse werden damit zum jagbaren Wild wie es zum Beispiel auch Wildschweine sind, sagte der Sprecher. (dpa)

Bilder: Diese sieben Tierarten sind in Hessen unerwünscht

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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