Reise zu neuen Klang-Ufern

JazzNight mit Pat Metheny in der Alten Oper

Blindes Verständnis: Metheny und Mitmusiker J  Foto: AOF/Bergm.
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Blindes Verständnis: Metheny und Mitmusiker.

Frankfurt - Bereits vor Pat Methenys Auftritt in der Frankfurter Alten Oper versammelt sich ein Teil des Publikums mit Handys bewaffnet vor der Bühne. Ehrfurchtsvoll wird das musikalische Instrumentarium des Klang-Alchemisten fotografiert und unter die Lupe genommen. Von Sebastian Krämer

Dass ein Teil des Publikums über lange (Gitarristen-)Fingernägel an der Spielhand verfügt, verwundert kaum. Schließlich ist der US-Amerikaner für mehrere Generationen von Gitarristen zum Idol geworden. Über seine Kunst verliert der 63-Jährige mit der voluminösen Lockenfrisur wenig Worte. Erst nach rund einer Stunde greift Metheny zum Mikrofon für eine kurze Moderation. Es soll an diesem Abend die letzte Ansprache sein.

Und während sich andere Musiker mit einem pompösen Bandintro auf die Bühne bitten lassen, betritt der 20-fache Grammy-Gewinner ganz allein mit der eigens für ihn entworfenen 42-saitigen Pikasso-Gitarre die Bühne. So dezent der Auftritt, so leise sind auch die Töne, mit denen er sein Konzert eröffnet, das im Zeichen seiner besonderen Leidenschaft steht; dem Erforschen neuer Klangessenzen.

Von avantgardistischen Fusion-Jazz-Titeln bis zur wunderschön lyrisch vorgetragenen Jazzballade will Methenys formidabler Auftritt so recht in keine Genreschublade passen. Seine improvisatorisch-kompositorischen Fähigkeiten suchen ihresgleichen. Unterstützt wird er von einem nicht weniger faszinierenden Trio mit dem mexikanischen Drummer Antonio Sanchez, der aus Malaysia stammenden Kontra- und E-Bassistin Linda May Han Oh und dem britischen Pianisten Gwilym Simcock. Die klanglichen Möglichkeiten reizt der charismatische Bandleader aus, indem er am Ende des rund zweistündigen Konzertes jedes Ensemblemitglied noch einmal zum Duett auf die Bühne bittet.

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Als nach einer Zugabe das Saallicht eingeschaltet wird, haben die Verantwortlichen die Rechnung ohne das ausdauernd feiernde Publikum gemacht. Schließlich möchte niemand eine Legende ohne Weiteres gehen lassen.

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