Ursprünge der Messestadt

Sensationeller Tempelfund in Frankfurt

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Rolf Skrypzak vom Denkmalamt Frankfurt auf einer Ausgrabungsstelle im Stadtteil Heddernheim (links). Normalerweise entdecken die Archäologen Keramikscherben aus der Römerzeit. Eine Bronzefigur der Jagdgöttin Diana hingegen ist etwas Besonderes.

Frankfurt - Für Andrea Hampel, die Leiterin des Frankfurter Denkmalamtes, ist es eine „wissenschaftliche Sensation“: Bei Ausgrabungen im Stadtteil Heddernheim sind Archäologen im Zentrum der einstigen römischen Stadt Nida auf einen Tempelbezirk aus dem zweiten oder dritten Jahrhundert nach Christus gestoßen.

Hierzu gehören auch eine kleine Statue der Jagdgöttin Diana sowie Reste einer Statue des für den Handel zuständigen Gottes Merkur, von der allerdings nur der Sockel und ein Fuß erhalten sind. Gestern präsentierten Hampel und der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) die Funde. „Was wir normalerweise finden, ist der Müll der Römer, vor allem Keramik“, sagte Hampel über die römische Wegwerfgesellschaft als Erkenntnisquelle Frankfurter Archäologen. Die ursprünglich etwa 40 Zentimeter große Merkur-Statue müsse aber seinerzeit eine teure und wertvolle Tempelgabe gewesen sein – auch ein Hinweis auf die Rolle, die der Handel schon zur Römerzeit in der Stadt spielte. Nida habe offensichtlich über einen „bedeutenden“ Tempel verfügt. „Die Musik spielte nicht nur in Mainz“, sagte Hampel zum kulturellen Leben der Römerzeit im heutigen Frankfurt. „Das ist wirklich wissenschaftliches Neuland.“

Feldmann als Hausherr auf dem Römerberg wiederum sah die Funde als Beleg einer gewissen Kontinuität von der Römerzeit ins moderne Frankfurt der Bankentürme und des Messegeländes: „Das war gewissermaßen die erste Auflage der Handels- und Messestadt.“ Das Lagerdorf Nida liegt im Nordwesten des heutigen Frankfurt. Während der Römerzeit gab es dort ein Theater, eine Arena, Tempel, ein Forum und Thermen. Vom antiken Verkehrsknotenpunkt führten Straßen Richtung Mainz, Feldbergkastell und Saalburg. (dpa)

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