Kind musste Insekten essen

Sohn brutal gequält: Mutter muss ins Gefängnis

Frankfurt - Nach schweren Misshandlungen ihres siebenjährigen Sohnes muss eine 29 Jahre alte Mutter zweieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Die gleiche Strafe erhielt am Dienstag ein 41 Jahre alter Verwandter der Frau, der mit in der Wohnung in Frankfurt-Nieder-Eschbach gewohnt und das Kind ebenfalls misshandelt hatte. Als der Mutter das Sorgerecht für den Sohn im Herbst 2016 entzogen wurde und der Junge stationär in eine Klinik kam, war dessen Körper übersät mit mindestens 20 Verletzungen und blauen Flecken. Der Junge erzählte, wie er aus nichtigen Anlässen brutal geschlagen und gequält worden sei. In zwei Fällen habe man ihm Chili und Pfeffer in die Augen gestreut, in einem Fall habe er Insekten schlucken müssen. Als ihn der Mann mit einem Schneeschieber gegen die Beine geschlagen hatte, konnte er nicht mehr laufen.

Eine Lehrerin verständigte schließlich die Polizei und das Jugendamt, als das Kind mit Blutergüssen an beiden Augen in die Schule kam. "So einen Fall hatten wir in jahrzehntelanger Tätigkeit bislang noch nicht", sagte der Vorsitzende Richter. Die beiden Angeklagten hatten die Taten zunächst abgestritten, später jedoch größtenteils eingeräumt und mit der Enge in der Wohnung begründet. "Tränen der Reue aber sahen wir erst, als die Staatsanwältin drei Jahre Haft gefordert hatte", hieß es im Urteil. Die Jugendstrafkammer ging jeweils von schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen und gefährlicher Körperverletzung aus. (dpa)

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Bilder: Prozessauftakt gegen mutmaßlichen IS-Kämpfer

Rubriklistenbild: © dpa

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