Die Stadt, ihre Gäste und die Busse

Verkehrsprobleme in Frankfurt nehmen zu: Verein legt Konzept vor

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Die Busparkplätze entlang des Schaumainkais sind nicht mehr tragbar. Das sieht die Stadt auch so und sucht nach einem alternativen Standort.

Frankfurt - Sie parken die Straßen zu, sind einfach ein Hindernis. Und es werden immer mehr: Reisebusse stellen die Straßen rund um Römer und Main zu. Jetzt hat der Verein der Frankfurter Stadt- und Gästeführer einen Lösungsvorschlag gemacht. Von Florian Leclerc 

Es ist Weihnachtsmarkt, und Einsatzfahrzeuge der Polizei reihen sich an der Berliner Straße in Frankfurt auf, wo sonst Reisebusse parken. Auf Höhe der Paulskirche stehen Reisebusse auch in zweiter Reihe.

Unter den Busreisenden war am Dienstag auch Annette Rinn, die Fraktionschefin der FDP. Gemeinsam mit Stadtverordneten und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) startete sie auf eine Tour nach Sachsenhausen. „Die Polizei kam gerade, um unseren Bus wegzuschicken – gehen sie mal zu denen da hinten, habe ich ihnen gesagt“, erzählte sie.

Eingeladen hatte der Verein der Frankfurter Stadt- und Gästeführer. Er wollte zeigen, welche Parkprobleme Reisebusse derzeit haben – und gleichzeitig Vorschläge machen. Nicht nur den Mitgliedern des Verkehrsausschusses der Frankfurter Stadtverordneten.

Die Reisebusse sollten künftig nach drei Kategorien sortiert in Frankfurt halten, regte Mikael Horstmann aus dem Vorstand der Frankfurter Gästeführer an. Er hatte ein 14-seitiges Konzept erarbeitet. Demnach sollen die Busse an „Hotspots“ wie der Berliner Straße nahe der Altstadt nur kurz zum Ein- und Aussteigen halten oder maximal 15 Minuten parken dürfen. Fürs Kurzzeitparken seien Parkgebühren zu zahlen. „Das sollte die städtische Verkehrspolizei auch konsequent kontrollieren“, sagte er.

In der Kategorie B wie am südlichen Mainufer sollten Busse bis zu zwei Stunden mit Parkschein parken dürfen.

Von hier aus könnten Gäste die touristischen Ziele erkunden und danach wieder in den Bus einsteigen. Diese Halteplätze sollten nicht mehr als fünf bis zehn Minuten Laufweg von den Attraktionen entfernt sein.

In der Kategorie C sollen Reisebusse ohne zeitliche Beschränkungen oder Kosten parken dürfen. Als Beispiele nannte Horstmann die Franziusstraße im Ostend oder die Babenhäuser Landstraße in Sachsenhausen.

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Der Vorschlag kommt zu einer Zeit, in der über das Parken der Reisebusse gestritten wird. Der Ortsbeirat 5 ist unzufrieden, weil zwei Dutzend Reisebusse am Schaumainkai stehen dürfen und die Sicht auf den Fluss verdecken. Der Ortsbeirat 1 beschwert sich über geparkte Busse in der Gutleutstraße. Auch wird die nördliche Mainuferstraße ab August nächsten Jahres probeweise für ein Jahr gesperrt – dann fallen auch die Busparkplätze weg. Und ein neues Parkkonzept für Reisebusse steht noch aus.

Die Teilnehmer der Rundfahrt reagierten am Dienstag positiv. „Das Konzept hat Substanz“, sagte Gert Stahnke, Leiter des Straßenverkehrsamts. „Dass Busparkplätze teilweise bewirtschaftet werden sollen, ist interessant“, sagte auch Wolfgang Siefert (Grüne), der Vorsitzende des Verkehrsausschusses. „Dass Reisebusse am Schaumainkai halten, sollte nur eine Übergangslösung sein“, erklärte Eugen Emmerling (SPD).

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