Sweet Soul Gospel Revue

Gute Nachricht in Töne gefasst

Frankfurt - Die meisten Besucher im gut besuchten Großen Saal der Alten Oper Frankfurt sind mit Ron Williams aufgewachsen. Die einen kennen den 76-jährigen Charmeur als Moderator des TV-Magazins „Musikszene“ aus den 80ern. Von Sebastian Krämer 

Andere verbinden mit ihm die Stimme der Krabbe Sebastian aus dem Disneyfilm „Arielle die Meerjungfrau“. Diesmal tritt er als Verkünder guter Nachrichten auf. Damit leitet er beim zweistündigen Konzert der Sweet Soul Gospel Revue jeden Titel ein.

Gleich zu Beginn stellt Williams klar, dass Gospel so viel wie „good spell“, gute Nachricht, bedeute. Tatsächlich strahlt die Darbietung des achtköpfigen Gospelchors (Laeh Jones, Derrick Alexander, Elliott Munnerlyn, Lisa Benjamin, Esther Stevens, Janet Taylor, Vanessa und Paulie Brown) Lebensfreude pur aus. Perfekt aufeinander abgestimmt sind die kraftvollen Soulröhren der klatschenden, singenden Prediger.

Mit der Italienerin Daria Biancardi sowie dem Bulgaren Daniel Stoyanov haben sich die Afroamerikaner stimmgewaltige Unterstützung von diesseits des Großen Teichs organisiert. Besonders Biancardi weist Stimmbänder aus Stahl nach, die allerdings die gefühlvolle Ballade „I Believe I Can Fly“ ihrer Flügel beraubt. Getrübt wird der Eindruck durch die teils ungünstige Mischung, die sich besonders bei der Rhythmusgruppe niederschlägt. Schade, weil James Simpson (Tasten), Paulee Brown (Schlagzeug), Christian Gasch (Gitarre) und Alvin Mills (Bass) ihr Handwerk beherrschen.

Trotz bekannter Titel wie „Amazing Grace“ oder Michael Jacksons „Earth Song“ sorgen clevere Medleys, die unter anderem die Gospel-Hymne „Oh Happy Day“ mit Pharell Williams’ „Happy“ verknüpfen, für Abwechslung. Da beschränkt sich das Ensemble nicht auf das Gospelrepertoire, sondern covert gekonnt Titel aus anderen Genres wie etwa Bob Marleys „Redemption Song“.

Als bei einem Titel Teile des Publikums auf Eins und Drei klatschen, schreitet Ron Williams ein. Schließlich wolle man ja nicht marschieren. Auch nach unzähligen Fernseh- und Bühnenauftritten wünschte sich mancher, diesen Musikvermittler wieder häufiger zu sehen ...

Rubriklistenbild: © dpa

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