Islamisten aus dem Rhein-Main-Gebiet

IS in Syrien: Schon mehr als zehn Tote aus Hessen

Frankfurt - Etwa 450 Islamisten sind bereits nach Syrien gereist, um die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu unterstützen. Mehr als zehn junge Männer aus dem Rhein-Main-Gebiet haben dabei bislang ihr Leben gelassen.

In Syrien sind nach Erkenntnissen der Frankfurter Polizei bislang mehr als zehn Islamisten aus dem Rhein-Main-Gebiet ums Leben gekommen. "Viele der Rückkehrer sind eher traumatisiert als eine Gefahr", sagte der neue Polizeipräsident Gerhard Bereswill heute. Aber einige seien fähig, mit Waffen und Sprengstoff umzugehen. "Das ist ein großes Risiko."

Lesen Sie dazu auch:Unter IS-Aufsicht: Syrer steinigt eigene TochterMit Fußfessel in den Heiligen KriegOffenbacher Salafist schließt sich Terrorgruppe anStudent aus Offenbach vermutlich in Syrien getötetHaftbefehl gegen hessischen IslamistenEinen der jüngsten Fälle, den Tod eines 24 Jahre alten Mannes aus Hattersheim (Main-Taunus-Kreis), bestätigte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft heute. Laut hessischem Innenministerium gibt es derzeit Erkenntnisse zu mehr als 450 deutschen Islamisten oder Islamisten aus Deutschland, die zum Kämpfen in Richtung Syrien ausgereist sind. "Nicht in allen Fällen liegen Erkenntnisse vor, dass sich diese Personen tatsächlich in Syrien aufhalten oder aufgehalten haben", sagte ein Ministeriumssprecher. Etwa jeder dritte Ausgereiste sei zwischenzeitlich zumindest zeitweise nach Deutschland zurückgekehrt. Und: "Es liegen zu mehr als 40 Personen Hinweise vor, dass diese in Syrien oder dem Irak verstorben sind, wobei in keinem Fall eine behördliche Bestätigung vorliegt", hieß es weiter.

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Zahlen aus Hessen nannte das Innenministerium nicht. Nach Angaben Bereswills hat die Frankfurter Polizei rund 40 Beamte für den Einsatz gegen radikalisierte Islamisten und den Salafismus abgestellt. Die Beamten des polizeilichen Staatsschutzes überwachten Rückkehrer aus dem syrischen Bürgerkrieg und arbeiteten präventiv, etwa bei Info-Veranstaltungen mit der Stadt, in Schulen und anderen Institutionen, sagte der Polizeipräsident. Er bezifferte die Zahl der potenziell gefährlichen Rückkehrer und Ausgereisten in Frankfurt auf "einen mittleren zweistelligen Bereich".

(dpa)

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