Tiere begrüßen Frühling

Vögel im Kampf gegen Großstadtlärm

Frankfurt - Amsel, Drossel, Fink und Star: Auch in Frankfurt legen sich die Singvögel jetzt im Frühling wieder voll ins Zeug. Um sich trotz Großstadtlärms miteinander zu verständigen, haben die gefiederten Tiere verschiedene Strategien entwickelt, wie der Biologe Matthias Werner von der Frankfurter Vogelschutzwarte berichtet.

Beobachtet worden sei, dass manche Vögel versuchten, höher zu singen, um den meist niedrigfrequenten Lärm zu übertönen. Das Verhalten zeigten etwa Amseln und Meisen an stark befahrenen Straßen. Auch an lauten Gebirgsbächen verständigten sich die dort beheimateten Vogelarten mit hochfrequentem Gesang und Rufen. Lärm könne zudem ein Grund sein, wenn Amseln mitten in der Nacht ihr Lied anstimmten. "Hier kann auch das stetige Licht in der Stadt eine Ursache sein, das den Tieren suggeriert, es dämmert", sagt der Biologe. Amsel- und andere Singvögelmännchen singen im Frühling, um Weibchen anzulocken. Wer am besten singt, hat die besten Chancen.

Amseln und auch Stare bauen dabei auch gerne Umgebungsgeräusche ein, um Nebenbuhler auszustechen - selbst Handyklingeltöne seien schon festgestellt worden, sagt der Biologe. Ist die Paarbildung erfolgt, wird zur Revierverteidigung gesungen. Allgemein bietet die Stadt den Vögeln viele Vorteile, so ist es beispielsweise meist wärmer als auf dem Land und es gibt weniger Fressfeinde. So gehe es vielen Arten in der Stadt auch besser als beispielsweise denjenigen, die auf dem Land lebten, wo ihnen die intensive Landwirtschaft zu schaffen mache. Die Amsel beispielsweise habe sich vom Wald- zum Stadtvogel entwickelt; die Vögel könnten in der Stadt bis zu viermal pro Jahr Junge großziehen. (dpa)

Wie aus dem Garten ein Zuhause für Vögel wird

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