Unbekannte lockern Radmuttern

Attacken auf Polizistenautos in der Region

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Symbolbild

Frankfurt/Offenbach - Unbekannte haben auf dem gesicherten Parkplatz des Frankfurter Polizeipräsidiums die Radmuttern von privaten Fahrzeugen gelockert. In beiden Fällen kamen die betroffenen Beamten mit dem Schrecken davon. Auch bei der Offenbach Polizei ist es schon zu ähnlichen Vorfällen gekommen. Von Ralf Enders

Der Beruf des Polizisten ist gefährlich. Dass die Beamten aber auch privat angegangen werden, kommt nicht so oft vor. Nun sind Polizisten in der Region mit heimtückischen Manipulationen an ihren Privatautos konfrontiert. Rund um die Polizeipräsidien in Frankfurt und Offenbach sowie nahe einiger Polizeiwachen haben Unbekannte in den vergangenen Wochen und Monaten vermehrt Radmuttern privater Fahrzeuge von Polizisten gelockert. Verletzt wurde niemand, die Beamten ermitteln wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Die Spurenlage ist jedoch dünn, Hinweise auf die Täter und ihre Motive gibt es nicht. Auf dem per Schranke gesicherten, aber für Fußgänger zugänglichen Parkplatz des Frankfurter Präsidiums an der Adickesallee wurden in der Nacht vom 19. auf den 20. Februar und am 29. Februar an zwei Fahrzeugen die Radmuttern gelockert. Polizeisprecherin Virginie Wegner bestätigte einen entsprechenden Medienbericht, wonach ihre Kollegen bei der Heimfahrt auf der A 45 nahe Gießen und auf einer Bundesstraße bei Wiesbaden die Manipulationen bemerkten, als ihre Wagen zu schlingern begannen. Falsch sei jedoch, dass das Landeskriminalamt ermittle. Die Untersuchungen würden von Frankfurt aus geführt. Wegner betonte, dass dabei noch nichts ausgeschlossen werden könne: Richten sich die Manipulationen gezielt gegen Polizisten? Haben die lockeren oder fehlenden Radmuttern vielleicht nur eine technische Ursache? Die Ermittlungen liefen derzeit in alle Richtungen. Vor allem die noch nicht ausgewertete Videoüberwachung des Parkplatzes soll Hinweise geben.

Auffällig ist die Häufung allemal: 2015 kam es laut Wegner zu zehn Fällen rund ums Frankfurter Präsidium, bei denen Radmuttern gelockert wurden. Fünf davon betrafen Polizisten, fünf Anwohner. Und am 13. November wurde in der Tiefgarage des Präsidiums an sieben Fahrzeugen die Luft aus den Reifen gelassen. An diesem Abend fanden mehrere Veranstaltungen in dem Gebäude statt, unter anderem die „Nacht der Bewerber“. Wegner: „Die Kollegen checken mittlerweile alle ihre Autos, bevor sie nach Hause fahren.“ Auch rund ums Polizeipräsidium in Offenbach hat es Sprecher Henry Faltin zufolge schon Manipulationen an Privatautos von Beamten gegeben: „Das ist durchaus ein Thema.“ Die Ermittlungen seien jedoch äußerst schwierig, da „die Spurenlage gegen Null“ gehe. Die Täter würden im Dunkeln „arbeiten“ und die Werkzeuge wieder mitnehmen. Das Offenbacher Präsidium in der Geleitsstraße hat keinen gesicherten Parkplatz; die Privatautos der Polizisten stehen auf öffentlichen Straßen. Faltin zufolge hat es Manipulationen auch schon an Parkplätzen rund um Polizeistationen im Bereich des Präsidiums – Stadt und Kreis Offenbach, Hanau und Main-Kinzig-Kreis – gegeben.

Die Beamten seien sensibilisiert, auf die Sicherheit ihrer Autos zu achten. Zu den Hintergründen konnte Faltin nichts sagen. Er gehe jedoch davon aus, dass sich die Taten gezielt gegen Polizisten richten. „Ich denke, das gibt’s allenthalben“, meinte er. Generell seien Polizisten als Vertreter des Staates eben „nicht jedermanns Liebling“. Auch beim Präsidium in Wiesbaden gab es im vergangenen Jahr mehrere Fälle gelockerter Radmuttern an Autos von Polizisten. Die Polizei Südhessen in Darmstadt dagegen scheint verschont zu bleiben: „Wir können uns an keinen Fall in jüngster Zeit erinnern“, sagte Sprecher Ferdinand Derigs.

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