Unkomplizierte Sinnsucherin

Singer/Songwriterin Fee. tourt mit „Ein Zimmer Küche Bad“ durch die Region

Mehr als eine kleine Bude können sich freiberufliche Musiker in Frankfurt nicht leisten: Die Popsängerin Fee. ist vor Kurzem in die Mainmetropole gezogen und hat ihr erstes Soloalbum aufgenommen. Bis Anfang September ist die Musikerin in Frankfurt und Hanau live zu erleben. J  Foto: p
+
Mehr als eine kleine Bude können sich freiberufliche Musiker in Frankfurt nicht leisten: Die Popsängerin Fee. ist vor Kurzem in die Mainmetropole gezogen und hat ihr erstes Soloalbum aufgenommen. Bis Anfang September ist die Musikerin in Frankfurt und Hanau live zu erleben.

Frankfurt - Aufsteigender Popstern aus Frankfurt: Die Musikerin Fee. will Musik auf ihre Weise machen – und sich nicht von großen Plattenfirmen fremdbestimmen lassen. Die End-Zwanzigerin hat vor Kurzem ihr erstes Soloalbum veröffentlicht. Von Detlef Kinsler

Eigentlich lief alles so, wie es sich ein zukünftiger Popstar wünscht. Der Vertrag mit einem großen Label war unterschrieben, professionelle Songschreiber standen den jungen Musikern zur Seite. Die Band Neoh sollte nach Vorstellung der Plattenmanager eine späte Antwort auf die Band Juli werden. Bald war genug Material für mehr als ein Album gesammelt.

„Zu viel Fremdbestimmung“, entschied dann Felicitas „Fee“ Mietz. Raus aus dem Korsett, sich nicht mehr vom Charts-Denken leiten lassen, weg von der Gruppe, raus aus der Komfortzone des mittelhessischen Studentenstädtchens Marburg und rein in den Frankfurter Moloch. „Ich brauche eine krasse Narrenfreiheit, um meine Songs schreiben zu können“, erkannte die Sängerin und Gitarristin. Das Gefühl, vollkommen auf sich selbst zurückgeworfen zu sein, war eine Befreiung, wie sie sagt. Einfach mal einen Punkt machen. So wie hinter ihrem verkürzten Bühnennamen.

Als Fee. war Felicitas Mietz ab Frühjahr 2014 ständig auf Achse, eine inspirierende Zeit. Ihre Gemütszustände wurden als Momentaufnahmen skizziert und dann zu Songtexten. Mit Produzent Andi Kunze, ihrem ersten Vertrauten in der neuen Heimat am Main, entstand zunächst die Single „Lieber liegen“. Bis dato hatte sie sich mit akustischer Gitarre begleitet und damit sogar im Vorprogramm von Katie Melua überzeugt. Im Studio wurde nun dezent instrumentiert. Heraus kamen echte Laissez-faire-Songs, charmant und ohne Brimborium, fernab gängiger Muster des Deutsch-Rock à la Silbermond oder deutschsprachigem Soul-Pop à la Joy Denalane.

Schritt für Schritt stellte Fee. ihre Band zusammen. Mit „Ein Zimmer Küche Bad“ (mehr kann man sich als freischaffende Musikerin in Frankfurt nicht leisten) kam Anfang März ihr erstes Soloalbum heraus. Das strahlt Melancholie und Lässigkeit aus, mal Nachdenklichkeit, mal Abenteuerlust, und ist in alltagsnahen und dennoch lyrischen Zeilen eine herrlich unprätentiöse Sinnsuche in Worten und Tönen. „Ich finde, dass gerade das Alltägliche und das Elementare es wert sind, in Poesie umgewandelt zu werden“, sagt Fee. „Ich habe schon immer viel beobachtet – andere, mich selbst, die Gesellschaft.“

Die Konzert-Aktivitäten, die im Sommer anstehen, sind so ganz nach dem Geschmack der jungen Singer/Songwriterin. Am 12. August ist sie neben dem Brasilianer Ivan Santos Gast beim Brotfabrik-Sommerfest im schönen Hof des Geländes in Hausen ganz nah am Publikum. Da tritt sie ebenso solo auf wie schon vier Tage davor am 8. August im ausverkauften Amphitheater in Hanau als Vorprogramm von Chris de Burgh.

Mit Band rockt sie schon am 1. August auf der „Stoffel“-Bühne beim „Stalburg Theater Offen Luft-Festival“ im Günthersburgpark. „Ich spiele gerne unterschiedliche Formate, große Bühnen, kleine Bühnen, Wohnzimmerkonzerte, Festivals oder Support wie jetzt für Chris de Burgh“, erklärt die 27-Jährige. „Ich liebe diese Abwechslung, weil man sich immer ganz neu auf ein Publikum einlassen kann und keine öde Routine entsteht.“

Wie werde ich Musikfachhändler?

Ein Herz für Musik und ein Händchen fürs Verkaufen: Manuel Hauptmann (25) lernt im Musikhaus André in Offenbach (Hessen) den Beruf des Musikfachhändlers. Foto: Frank Rumpenhorst
Ob Bassgitarre oder Bläser - als angehender Musikfachhändler wie Manuel Hauptmann muss man sich mit vielen Instrumenten auskennen. Foto: Frank Rumpenhorst
Auch mit Apps muss sich Hauptmann (r) auskennen - hier demonstriert sein Ausbilder eine Anwendung für Klavierschüler. Foto: Frank Rumpenhorst
Hat den Bogen raus: Hauptmann (l) muss sich auch mit der Bauweise von Instrumenten auskennen. Nur so kann er Kunden etwa beim Kauf einer Violine beraten. Foto: Frank Rumpenhorst
Wie werde ich Musikfachhändler?

Ihre Stücke allein zu spielen, hat für Fee. etwas Ungekünsteltes. „Wenn ich dann mit meiner Band spiele, dann gehe ich ganz anders auf in den Songs. Alles hat mehr Druck und die Lieder bekommen ein wunderschönes Kleid. Man hat tolle Möglichkeiten, einen Spannungsbogen zu erzeugen.“

Nicht genug damit, hat sich Fee. mit dem Poetry Slam-Hessenmeister und Comedian Jan Cönig zusammengetan. Ab 15. September treffen sie unter dem Titel „Fee. vs. Cönig“ vier Mal im Jahr in der Brotfabrik aufeinander – für eine neue Show voller Musik, Spoken Word und Action mit spannenden Gästen aus der Musik- und Wortkunst-Szene.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare