Nach Festnahme in Offenbach

Verdacht auf Kriegsverbrechen: Verfahren gegen Aria L.

Frankfurt/Offenbach - Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt hat das Hauptverfahren gegen einen 21-Jährigen eröffnet, der im syrischen Bürgerkrieg vor aufgespießten Köpfen für ein Foto posiert haben soll.

Der 21-jährige Aria L. muss sich vom 3. Mai an vor dem Staatsschutzsenat verantworten, weil er beschuldigt wird, ein Kriegsverbrechen begangen zu haben, wie das OLG heute mitteilte. Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe hatte am im Februar Anklage erhoben. Aria L. soll im März/April 2014 in Syrien gemeinsam mit einem gesondert verfolgten Beschuldigten für Fotos mit zwei abgetrennten, auf Metallstangen aufgespießten Köpfen von getöteten Zivilisten oder Regierungssoldaten posiert haben, teilte das OLG mit.

Anschließend habe er die Fotos unter anderem über einen Facebook-Account im Internet verbreiten lassen. Dabei sollen der Angeklagte und seine Mittäter in der Absicht gehandelt haben, die Getöteten, die sie als "Ungläubige" angesehen hätten, zu verhöhnen und in ihrer Totenehre herabzuwürdigen. Das OLG hat zunächst sechs Verhandlungstermine festgelegt. Der junge Mann wurde im Oktober 2015 während eines spektakulären Einsatzes einer Elite-Einheit in Offenbach festgenommen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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