Züge permanent überlastet, Fahrgäste werden sitzen gelassen

Verkehrsclub gibt RMV-Alarm: Brandbrief sorgt für Aufsehen

Offenbach -  Überfüllte Züge, Verspätungen, Ausfälle – seit Monaten ärgern sich Kunden des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) und Bahnpendler mehr denn je. Jetzt hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD) einen Brandbrief an den RMV-Aufsichtsrat geschrieben. Von Peter Schulte-Holtey

Beim Landesverband des Verkehrsclubs mehren sich die Beschwerden über Bahn und RMV. Von Alarmstimmung ist die Rede. VCD-Vorstandsmitglied Mathias Biemann: „In den vergangenen Wochen und Monaten sind mehrere Eisenbahnlinien im Verbundgebiet des RMV wegen permanenter Überlastung und massiver Kritik der Kundinnen und Kunden auffällig geworden. So beispielsweise die Rheingaulinie, der Mittelhessen-Express, die Kinzigtalbahn, die Odenwaldbahn oder das Südhessen-Netz.“ Fahrgäste befürchten immer häufiger, einfach sitzen gelassen zu werden. Es müssten endlich Konzepte her, die Situation zu verbessern, so der VCD-Mann.

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Oft sind Waggons kaputt, Werkstätten überfordert. Auch die Personaldecke ist extrem dünn. Bessere Planung und mehr Personal seien notwendig – sonst könne man kaum Autofahrer für die Schiene begeistern. Biemanns Appell an die RMV-Spitze: „Lassen Sie diese Probleme nicht bis zur nächsten Negativschlagzeile ruhen. Uns erreichen leider zunehmend Nachrichten von Fahrgästen, die die Motivation der Verantwortlichen bezweifeln, die Situation verbessern zu wollen.“

Beim RMV ist man vor allem über die Entwicklungen in Südhessen auf den Linien RE60, RB66, RB67, RB68 und RE70 unglücklich. Als Gründe werden genannt: Hersteller lieferten bestellte Züge verspätet aus. Bahn-Werkstätten warteten auf Ersatzteile. Mehrere Züge seien bei Unfällen beschädigt worden und müssten instand gesetzt werden. Die Bahn arbeite mit Hochdruck daran, die Probleme zu lösen. Endgültige Besserung ist laut RMV erst mit der schrittweisen Auslieferung aller bestellten Twindexx-Doppelstock-Fahrzeuge in Sicht. Zwei Fahrzeuge sollen am 10. Juni in Betrieb gehen sowie vier weitere bis Anfang Juli.

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Unterdessen kommt auf S-Bahnkunden in der Region die nächste Geduldsprobe zu: Von Donnerstag (31. Mai) ab etwa 1 Uhr bis Montag (4. Juni) etwa 4 Uhr wird der Tunnel unter der Frankfurter City wieder dicht gemacht. Auf der über sechs Kilometer langen Strecke verkehren im Normalfall zu Spitzenzeiten stündlich in jede Richtung 24 S-Bahnen. Für die Einrichtung des neuen Stellwerks sind erneut Prüffahrten erforderlich. Die S-Bahnlinien S1 bis S6 sowie die S8 und S9 fahren währenddessen nicht durch die Frankfurter City.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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