Versuchtes Tötungsdelikt

Vier Jahre Haft nach Messerattacke auf Baustelle in Sachsenhausen

Frankfurt - Nach einer Messerattacke auf einer Baustelle in Frankfurt-Sachsenhausen ist ein 49-Jähriger zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

Obwohl sein 32 Jahre alter Kollege durch den Stich in die linke Brusthälfte nicht lebensgefährlich verletzt worden war, ging das Landgericht Frankfurt von einem versuchten Tötungsdelikt aus. "Wer mit dem Messer dort einsticht, dem ist alles egal", hieß es am Mittwoch zur Begründung.

Die beiden Fensterbauer hatten sich im Dezember vergangenen Jahres laut Gericht zunächst nach Arbeitsbeginn über ein Werkzeug gestritten. Später wies der Angeklagte demnach die vom Kollegen gereichte Hand zur Entschuldigung zurück. Der 32-Jährige habe diese Geste mit einer Beleidigung quittiert. Daraufhin habe der andere Arbeiter ein Messer geholt und von hinten auf den Kollegen eingestochen.

Gewalt in deutschen Gefängnissen ist Alltag

Vor Gericht hatte der Angeklagte die Messerattacke als Unfall darzustellen versucht. Dies wurde ihm von der Kammer allerdings nicht abgenommen. "Sie haben mit nur einem Stich ihre gesamte bisherige Lebensleistung arg beeinträchtigt", hieß es im Urteil. In den 18 Jahren seines Deutschland-Aufenthaltes hatte sich der Iraker bislang nichts zuschulden kommen lassen und wurde deshalb noch im Prozess von mehreren Kollegen ausdrücklich gelobt. Die Verteidigung hatte deshalb eine Bewährungsstrafe beantragt und wird voraussichtlich Revision beim Bundesgerichtshof einlegen. (dpa)

Rubriklistenbild: © dpa

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