Brandbrief ernst nehmen

Kommentar: Wieder Ärger beim RMV

Wohl wahr, billig sind die Tickets beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) nicht. Dies ärgert natürlich umso mehr, wenn sich die Negativberichte häufen – über eine permanente Überlastung von Zügen und Verspätungen, vor allem in Süd- und Mittelhessen, aber auch in der Mitte des Rhein-Main-Gebietes. Von Peter Schulte-Holtey

Deswegen sollten RMV-Spitze und Verkehrspolitiker in der Region den gestern veröffentlichten Brandbrief des Verkehrsclubs Deutschland sehr, sehr ernst nehmen.

Es wird höchste Eisenbahn, dass auf die Missstände im Öffentlichen Nahverkehr entschiedener reagiert wird. Es ist doch eine Zumutung, wenn Pendler nach Frankfurt in Regionalbahnlinien seit Wochen nur Ärger haben. Selbst zur Hauptverkehrszeit schickt die Bahn immer wieder nur drei oder vier statt der vorgesehenen sieben oder acht Doppelstockwagen. Es geht aber auch um die fast täglich spürbaren Störungen im S-Bahnnetz in Frankfurt/Offenbach/Hanau.

Die Probleme sind bekannt: Die Schienen-Infrastruktur in Rhein-Main ist ja dem Bedarf seit Jahren nicht nicht mehr gewachsen. Schon eine kleine Unregelmäßigkeit bringt den Fahrplan aus dem Takt. Das passiert vor allem deshalb so oft, weil es auf den Gleisen rund um Frankfurt immer enger geworden ist – aber auch, weil es offensichtliche Planungsfehler gibt.

Bilder: Arbeiten im Frankfurter S-Bahn-Tunnel

Die Regionaltangente West und andere Mammutprojekte können irgendwann Erleichterung bringen. Bis dahin muss der RMV aber seine täglichen Hausarbeiten erfolgreicher erledigen – besser und langfristiger bei einer stetig wachsenden Fahrgastzahl planen, mehr Personal einstellen, mehr Puffer einbauen. Es gibt viel zu tun.

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