Alle Schichten berücksichtigen

Mehr Wohnungen gefordert

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Die hessische Wirtschaft hat moniert, dass landesweit zu wenige Wohnungen für Fachkräfte zur Verfügung stehen.

Die hessische Wirtschaft hat moniert, dass landesweit zu wenige Wohnungen für Fachkräfte zur Verfügung stehen.

Wiesbaden – Die Schaffung von Wohnraum für alle Einkommensschichten sei für die Wirtschaft von großer Bedeutung, teilte der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) gestern in Wiesbaden mit. Ohne ausreichenden Wohnraum für Fachkräfte könnten Arbeitsplätze nicht besetzt werden und Unternehmen nicht wachsen. „Wir können unseren Wohlstand nur erhalten, wenn wir auch künftig genügend qualifizierte Fachkräfte haben“, erklärte Eberhard Flammer, Präsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertages. „Solange aber nicht genügend Wohnungen zur Verfügung stehen, wird auch der Fachkräftemangel nicht verschwinden.“

Besonders angespannt sei die Situation in den größeren hessischen Städten. „Gerade dort ist es für Personen mit niedrigem und mittlerem Einkommen schwer, eine Wohnung zu finden. Die Alternative zum Arbeitsplatz zu pendeln ist angesichts zunehmender Mobilitätsengpässe oft keine Option“, so Flammer. In der Metropolregion FrankfurtRheinMain ist der Bedarf besonders groß. Im kürzlich vorgestellten Regionalen Entwicklungskonzept Südhessen wird bis zum Jahr 2030 ein Bedarf von 335 000 Wohnungen prognostiziert. Auch in größeren Städten Nord- und Mittelhessens wie Kassel, Gießen, Marburg und Fulda wird ein wachsender Wohnungsbedarf vorausgesagt.

Deshalb hat der Hessische Industrie- und Handelskammertag ein Positionspapier formuliert, in dem konkrete Vorschläge zur Schaffung von mehr Wohnraum gemacht werden. Darin fordern die Experten, Flächen für Wohnen und Gewerbe strategischer zu entwickeln, die Baudichte zu erhöhen und die Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich zu beschleunigen. Dazu HIHK-Präsident Flammer: „Im Moment kann es fünf bis 15 Jahre dauern, bis aus Rohbauland baureifes Land mit einer Baugenehmigung für ein Projekt wird. Das dauert deutlich zu lang und wirkt zunehmend als Standortnachteil.“

Geht es nach den Experten, sollten auch die Kosten des Wohnungsbaus reduziert werden. Sie schlagen vor, kostenintensive Baustandards zu überprüfen und die Grunderwerbsteuer auf 3,5 Prozent zu senken.

Die hessische Wirtschaft spricht sich zugleich gegen die Mietpreisbremse und die Deckelung von Mietpreisen aus. Durch die beiden Instrumente werde „kein Quadratmeter neuer Wohnraum geschaffen. Im Gegenteil: Sie setzen negative Anreize für Investoren und führen zu Nebenwirkungen im Bestand, etwa durch weniger Eigentumsbildung, weniger Modernisierung und Instandhaltung sowie soziale Selektion“, berichtete HIHK-Präsident Flammer. Nur die Erhöhung des Angebots in verschiedenen Preissegmenten könne den Mangel an Wohnraum beheben.

ku

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