Weltweit mehr als 30 Millionen Alben verkauft

Das Klassik-Crossover-Quartett Il Divo macht in Frankfurt Station

Seit 2003 stehen Sebastién Izambard, Urs Bühler, Carlos Martin und David Miller gemeinsam als Il Divo auf der Bühne.

Frankfurt - Il Divo ist die erste und erfolgreichste Klassik-Crossover-Band der Welt. Das Quartett hat weltweit mehr als 30 Millionen Alben verkauft, wurde in mehr als 33 Ländern über 160-mal mit Gold und Platin ausgezeichnet und inszenierte vier Welttourneen. Von Enrico Sauda 

Die internationale Formation besteht seit 2003 aus Tenor Urs Bühler aus der Schweiz, Bariton Carlos Martin aus Spanien, Popmusiker Sébastien Izambard aus Frankreich sowie Tenor David Miller aus den USA. Am 23. Mai sind sie mit der neuen Tournee „Amor & Pasion“ in der Frankfurter Alten Oper zu Gast. Herr Bühler, Ihre Tournee hat in Mexiko begonnen. Ist der Start gelungen?

Ja. Es gibt einiges Neues in der Show. Wir haben zum Beispiel Tänzer dabei und wollen auch selbst ein bisschen tanzen. Denn die neue CD ist ja wirklich tanzbar. Außerdem spielen wir auch Instrumente.

Wie lange werden Sie in Frankfurt spielen?

Wir haben eine lange Show. Es werden zweieinhalb Stunden – mit Pause.

Sie sind das ganze Jahr unterwegs. Wie halten Sie Ihre Stimme fit?

Das ergibt sich von selbst. Wenn ich am Abend zuvor einen Auftritt hatte, dann ist es nicht so, dass ich morgens singend aufwache. Normalerweise gehe ich ziemlich still durch den Tag.

Dann gibt es doch gar keine Schwierigkeiten.

Das Problem ist nicht das Singen an sich, sondern das Reisen. Sich an neue Zeitzonen und das Klima gewöhnen, das schlaucht ein wenig. Aber da nehme ich eben ein bisschen Vitamin C.

Wie viele Auftritte werden Sie während dieser Tour spielen?

Etwas mehr als hundert.

Gibt es bei so vielen Konzerten eines, auf das Sie sich besonders freuen?

Zürich, natürlich. Da ist meine Familie im Saal, und das wird ganz schön. Ich freue mich aber auch auf Deutschland, wo wir dieses Mal nur in Frankfurt und in Hamburg sind. Bin gespannt, wie unser neues, eher lateinamerikanisches Repertoire ankommt in Ihrem Land. Wir haben für unser deutsches Publikum auch eine ganz, ganz besondere Überraschung.

Und was?

Das kann ich Ihnen natürlich nicht verraten.

Apropos Familie. Wie managen Sie Ihr Familienleben, wenn Sie so oft auf Tournee sind?

Das ist eine sehr gute Frage, wie ich das manage. Schlecht. Ich habe eine Tochter, die mit ihrer Mutter in England wohnt. Wir sind aber schon ein paar Jahre getrennt.

Haben Sie sich der Musik wegen getrennt?

Es ist einfach so, dass ich im Jahr bis zu acht Monate lang unterwegs bin. Es geht noch nicht mal um all die Frauen, die man trifft und die Untreue – das hat damit nichts zu tun. Wenn ich mich in einer Beziehung befinde, dann will ich mit dieser Person wirklich zusammen sein. Und diese Möglichkeit, die besteht in meinem Berufsleben einfach nicht. Da bin ich lieber allein. So kann ich mich auf meinen Beruf konzentrieren. Vielleicht ändert sich das, aber im Moment ist das schwierig.

Weil Sie es gerade angesprochen haben: Haben Sie viele Groupies?

Das ist auch nicht ganz so, wie man sich das vorstellt. Der größte Teil unseres Publikums ist ein bisschen älter. Wir sind ja auch nicht mehr die Jüngsten. Da ist man doch schon ein bisschen gesetzter. Aber unsere Fans sind einzigartig, denn die benehmen sich wie Teenager.

Was hat sich denn in 15 Jahren Il Divo verändert?

Wir vier haben eine sehr gute Beziehung untereinander. Lachen viel zusammen. Damals, als wir zusammenkamen, waren wir Fremde und Solosänger, da hat es seine Zeit gebraucht, sich aneinander zu gewöhnen.

Sind Sie Freunde geworden?

Ja, ich glaube schon. Ich hatte mal vor Jahren in einem Interview gesagt, dass wir nie die besten Freunde werden würden, weil wir zu unterschiedlich sind. Aber ich habe mich geirrt.

Sie sind jetzt Ihre Familie.

Ja. Es gibt so viele Erfahrungen, die nur wir vier teilen. Das ist eine Verbindung, die einzigartig ist.

Sie waren Mal Heavy-Metal-Sänger – wie passt das zu Il Divo?

Heavy Metal ist ein wenig übertrieben. Hardrock, das trifft es eher, so im Stil von Bands wie Bon Jovi oder Europe.

Hören Sie diese Art von Musik heute noch, oder sind Sie ganz weg davon?

Nee, nee, nee. Es macht mit immer noch großen Spaß, Heavy Metal der 80-er und 90-er Jahre zu hören: Metallica, Judas Priest, Ozzy Osbourne. Aber auch die nordischen Metaller finde ich sehr gut. Nightwish ist mein größter Favorit.

Aber selbst solche Musik singen?

Nein. Meine Stimme war nie wirklich dafür geeignet. Es war und ist das klassische Repertoire, das besser zu meiner Stimme passt.

Was macht Urs Bühler, wenn er keine Musik macht?

Ich gehe gern ins Fitness-Studio, fahre Motorrad. Ich habe ein Haus in Frankreich mit Land drumrum. An dem Haus gibt es immer etwas zu tun. Da verbringe ich gern meine Freizeit. Das macht mir Spaß.+

Bilder: Revolverheld in der Festhalle

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