Deutsche Bahn sieht Zeitgewinn im Frankfurter Nadelöhr

Nach den Tunnelbauarbeiten: Laut DB stabilisiert Stellwerk den S-Bahn-Verkehr

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Viel Geld und Nerven hat der Umbau des S-Bahn-Tunnels gekostet. Laut Deutscher Bahn hat sich der Aufwand gelohnt.

Frankfurt – Fünf Monate nach Inbetriebnahme des neuen elektronischen Stellwerks im Frankfurter S-Bahn-Tunnel hat die Deutsche Bahn eine erste Bilanz gezogen.

Man sei bisher zufrieden mit der neuen Anlage, sagte eine Sprecherin in Frankfurt: „Die Züge kommen dank der modernisierten und erweiterten Technik deutlich zügiger durch den Tunnel.“ Die Durchfahrzeit sei pro Zug um bis zu 30 Sekunden gesunken. Dieser zusätzliche Zeitpuffer helfe auch nach Betriebsstörungen dabei, dass sich der Verkehr schneller erholen und zum normalen Fahrplan zurückgekehrt werden könne.

„Das neue ESTW ist damit ein wichtiger Baustein, um den S-Bahn-Verkehr im viel befahrenen Knoten Frankfurt stabiler und zuverlässiger zu machen“, sagte die Sprecherin über das elektronische Stellwerk (ESTW), das Anfang August eine ältere Anlage ablöste. Mehr als 100 Millionen Euro hatte die Bahn investiert. Wegen der Bauarbeiten musste das Nadelöhr mehrmals wochenlang voll gesperrt werden. 

Allerdings hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) auch 2018 sein selbst gesetztes Pünktlichkeitsziel (96 Prozent) nicht erreicht. Im Schnitt lag der Wert nach Angaben des Unternehmens wie bereits im Vorjahr bei 92 Prozent – das bedeutet, knapp jede zehnte S-Bahn war verspätet unterwegs. Abhilfe sollen unter anderem sogenannte Einstiegslotsen an Knotenpunkten wie Frankfurt Hauptbahnhof, Haupt- und Konstablerwache sowie langfristig weitere eigene Gleise für den Nahverkehr schaffen. (dpa/nl)

Bilder: Arbeiten im Frankfurter S-Bahn-Tunnel

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