Commerzbank mit mehr Kunden

Zinstief kostet Offenbacher 1000 Euro

OFFENBACH - . . Die Commerzbank in Offenbach gewinnt Kunden und will ihnen weiter ein kostenloses Girokonto bieten. Von Marc Kuhn

Die Auswirkungen der Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) treffen auch die Bürger in der Region hart. „Die Niedrigzinsen haben jeden Offenbacher seit 2009 im Schnitt eintausend Euro gekostet“, sagte Hans-Theo Burtscheidt, Niederlassungsleiter und verantwortlich für das Privatkundengeschäft der Commerzbank in Stadt und Kreis. Sparen für die Altersvorsorge funktioniere bei diesen Zinsen nicht. „Es gibt keine Alternative zu Wertpapieren“, erklärte Burtscheidt. Er ist nach der Umstrukturierung der Commerzbank für die Filialen in Offenbach, Dietzenbach, Dreieich, Heusenstamm, Langen, Mühlheim, Neu-Isenburg, Obertshausen und Seligenstadt zuständig.

Während andere Institute in Deutschland unter anderem wegen der Folgen der niedrigen Zinsen für ihre Geschäftsmodelle die kostenlosen Girokonten abschaffen, hält die Commerzbank an ihnen fest. „Das ist eine wichtige Produktlinie“, sagte Burtscheidt. Etwa 95 Prozent der privaten Kunden in Offenbach würden die Girokonten nutzen, berichtete Filialleiter Thorsten Zimmer. Allerdings bietet die Commerzbank auch noch das Klassikkonto für Unternehmen für 7,90 Euro im Monat an und das Premiumkonto für 9,90 Euro mit zwei Kreditkarten, für Kunden, die viel im Ausland sind.

Die Commerzbank hatte sich das Ziel gesetzt, bis 2016 in Deutschland eine Million neue Kunden zu binden. In Stadt und Kreis seien im vergangenen Jahr rund 2 000 hinzugekommen, so dass es jetzt etwa 76 400 seien, erläuterte Burtscheidt. Die Filiale in Offenbach habe mehr als 430 neue Kunden und zähle insgesamt rund 17 500, sagte Zimmer. „Damit liegen wir gut im Plan“, erklärte Burtscheidt. Das Anlagevolumen der Kunden in Stadt und Kreis sei um 5,8 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro gestiegen. Bei der Immobilienfinanzierung gab es ein Plus von 2,8 Prozent auf mehr als 94 Millionen Euro. Die Konsumentenkredite legten um 80 Prozent auf fast elf Millionen Euro zu. In der Stadt Offenbach sei das Anlagevolumen der Kunden um 5,2 Prozent auf 252 Millionen Euro gestiegen, erklärte Zimmer. Die Konsumentenkredite legten um 16,6 Prozent auf 2,6 Millionen Euro zu. Die Baufinanzierung hatte ein Volumen von 16,5 Millionen Euro.

Die Mittelstandsbank, die sich um Firmenkunden ab einem Jahresumsatz von 2,5 Millionen kümmert, steigerte ihr Kreditvolumen im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf 295 Millionen Euro, berichtete Regionalleiterin Barbara Morgenstern.

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