Großes Jubiläum der Kerb Dixie Stompers

40 Jahre und kein bisschen leise

Bandbild von 2012 (von links): Clemens Geiß (Posaune), Heinz Held (Trompete), Jochen Breuer (Banjo), Jens Herd (Schlagzeug), Heinz Brücher (Akkordeon), Gerhard Schlepper (Klarinette) und Michael Engelmann (Tuba).
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Bandbild von 2012 (von links): Clemens Geiß (Posaune), Heinz Held (Trompete), Jochen Breuer (Banjo), Jens Herd (Schlagzeug), Heinz Brücher (Akkordeon), Gerhard Schlepper (Klarinette) und Michael Engelmann (Tuba).

Auf ein großes Jubiläum können in diesem Jahr die Kerb Dixie Stompers zurückblicken. Seit 40 Jahren gibt es die Groß-Zimmerner Band, die mit ihrem abwechslungsreichen Repertoire das Kulturleben der Gemeinde und darüber hinaus bereichert.

Groß-Zimmern – „Angefangen hat alles mit unserem ersten Auftritt als Kapello Catastropho beim Kerbkabbeowend am 13. Februar 1981 im Gasthaus Wirnitzer“, erzählt der Trompeter und Chef der Formation der Kerb Dixie Stompers, Heinz Held. Gemeinsam mit seinen Musikkollegen Hans Wucherpfennig (Banjo), Gerhard Schlepper (Klarinette), Heinz Brücher (Akkordeon), Clemens Geiß (Posaune) und Horst Hesse (Schlagzeug) wollte er bei den Veranstaltungen des Kerbvereins wieder für mehr handgemachte, authentische Musik sorgen. So entstanden die Kerb Dixie Stompers, die schon bald nicht nur am Kerbwochenende und an der Nachkerb spielten. Sie waren auch bei sonstigen Festen in der Gersprenzgemeinde und darüber hinaus gefragt.

„1982 gingen wir ins Tonstudio nach Braunshardt und nahmen dort eine Single mit der Zimmner Nationalhymmne ,Modder haste schon die Hinkel ennegedou’ und dem Kerbmarsch auf, die wir dann beim Groß-Zimmerner Weihnachtsmarkt verkauften“, erinnert sich Schlepper. Geiß ergänzt: „Zu den Höhepunkten der 40-jährigen Bandgeschichte zählen die Auftritte im Rahmen der Verschwisterungsfeier im französischen St. Fargeau Ponthierry 1982 und bei der Gegenverschwisterung 1983 in der Gersprenzgemeinde. Beim Hessentag 1985 in Herborn haben wir dem damaligen Ministerpräsidenten Hans Eichel eine Dixieland-Platte überreicht.“ Seit 2005 sind die Stompers überdies ein fester Bestandteil der Groß-Umstädter Jazz-Parade, beginnen diesen Festtag stets mit einem musikalischen Frühschoppen im Umstädter Brauhaus und nehmen zudem am Winzerfest-Umzug teil. Bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie hatten die Stompers maximal zehn offizielle Gigs pro Jahr. „Wir haben nur gespielt, wenn es für uns auch eine Verköstigung gab“, schmunzelt Geiß und fügt an, dass dafür die Gage verhältnismäßig günstig sei. Musikalische Basis für die Auftritte ist stets der Dixieland-Jazz, der Anfang des 20. Jahrhunderts in den amerikanischen Südstaaten entstand und von den Stompers seit über 40 Jahren im Partykeller von Heinz Brücher einstudiert wurde. Lieder wie „When The Saints Go Marching In“, „Down by the riverside“ und „Icecream“ oder ihre verswingten Versionen von „Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh’n“, „Bei mir bist Du schön“ und vom „Erzherzog Johann Jodler“ ziehen das Publikum in ihren Bann. Neben den Dixieland-Versionen des Zimmerner Kerb-Liedguts gibt es von den Stompers auch die traditionellen Dieburger Fastnachtslieder im Dixieland-Stil. Die musikalisch Versierten passen darüber hinaus die Texte der jeweiligen Lieder an. „Wichtig ist uns stets, dass wir die Lieder auswendig spielen sowie singen können, um das Publikum mitzureißen“, betont Schlepper, der gerne auch die zimmnerisch-hochdeutschen Anmoderationen übernimmt. „Da spielen wir auch schon mal mitten im Publikum oder auf Tischen und Bänken.“

Doch auch über die Auftritte hinaus haben die Stompers, die 2016 vom Dieburger Karnevalsverein die „Holzisch Latern“ verliehen bekamen, viel gemeinsam unternommen. „Mit Kind und Kegel machten wir jedes Jahr am Buß- und Bettag einen Ausflug, etwa zur Wildenburg, zur Ruine Rodenstein, zum Heiligenberg oder in den Pfälzer Wald“, berichtet Held. „Unseren 25. Bandgeburtstag haben wir mit einer besonderen Flussfahrt gewürdigt: Wir haben eine River Shuffle Tour auf dem Rhein gemacht.“ Held hofft, dass sie den 40. Geburtstag in diesem Jahr noch in irgendeiner Form mit den Fans feiern können. Dabei soll auch an alle bisherigen Stomper-Kollegen gedacht werden. Denn obwohl sich das Gros von klein auf kennt und musikalisch gut aufeinander abgestimmt ist, „gab es am Schlagzeug einen gewissen Verschleiß“, erzählt Held augenzwinkernd. War in der Ur-Besetzung das Instrument, das von Karikaturist und Musiker Klaus Geiß verziert wurde, noch mit dem 1992 verstorbenen Horst Hesse besetzt, kam von Februar 1991 bis Juni 2002 Andreas Engelmann. Ihm folgte von April 2003 bis Oktober 2012 Jens Herd und von April 2013 bis Oktober 2013 Ludwig Geibel. Am Banjo löste Jochen Breuer im September 1993 Hans Wucherpfennig ab, der jedoch ab und zu noch aushilft. Seit Oktober 2013 schwingt Heinz Modrei nun die Trommelstöcke bei den Stompers, die am Kerbmontag mit großer Besetzung unterwegs sind und von Jens Wiegand (Trompete), Horst Schenk (Trompete), August Murmann (Saxophon), Karl-Heinz Singer (Posaune) sowie von Charly Vogel (Tuba) verstärkt werden. Seit 2019 unterstützt Ralf Bauer die Band bei ihren Auftritten zudem mit seinem E-Bass. Geplant war, für das Jubiläumsjahr 2021 nochmals eine CD aufzunehmen und zu präsentieren, doch das ist derzeit leider nicht möglich. Nichtsdestotrotz dürfen sich die Zimmerner in diesem Jahr und darüber hinaus sicherlich noch über die eine oder andere musikalische Überraschung der Stompers freuen, die auch mit zunehmendem Alter nichts von ihrer Spielfreude und ihrer Begeisterung für den Sound ihres musikalischen Vorbilds, der Chris Barber Jazz Band, eingebüßt haben.

Info: Anlässlich des Jubiläums können Fans die erste Single aus dem Jahr 1982 bei Gerhard Schlepper erwerben.

Von Martina Emmerich

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