Rentner bestohlen

Am dritten Verhandlungstag im Rolex-Fall drehen sich Fragen um eine Handverletzung

Ein Rentner wurde in Klein-Zimmern bei Darmstadt bestohlen. Am dritten Verhandlungstag drehte sich alles um eine Handverletzung eines Angeklagten.

Darmstadt/Klein-Zimmern – Vor sieben Monaten wurde ein 82-jähriger Rentner aus Klein-Zimmern vor seinem Haus zu Fall gebracht und einer rund 30 000 Euro teuren Rolex-Armbanduhr beraubt. Alles deutet darauf hin, dass dem Täter die Existenz der Beute bekannt war und die Tat gezielt geplant wurde. Zwei Männer müssen sich dafür seit Anfang April vor der dritten Strafkammer des Landgerichts Darmstadt verantworten (wir berichteten). Am dritten Verhandlungstag standen sieben Zeugen auf dem Programm.

Der Ermittlungsführer des südhessischen Kommissariats 10 schildert den Tatabend so, wie ihn der Geschädigte fünf Tage nach dem Geschehen zu Protokoll gab: „Er war in seiner Stammkneipe und wollte nach Hause fahren, als ihm der Wirt noch zwei Schnäpse hinstellte. Das kam ihm komisch vor, denn das machte der sonst nie.“ Er sei nach Hause gefahren und habe das Auto in die Garage gestellt. Auf dem Weg zur Haustür sei ein Unbekannter aus dem Gebüsch gesprungen und habe ihn mit einer Schusswaffe bedroht. „Er sagte ,Geld her!’ und schlug ihn nieder. Als er auf dem Boden liegend wieder zu sich kam, war seine Uhr weg“, erklärt der Kriminaloberkommissar.

Schnell kam man auf eine Verbindung zur Stammkneipe und zwei Verdächtige: Emir M. aus Groß-Zimmern (24) und sein mutmaßlicher Auftraggeber Danko B. aus Dieburg (43), der in dem Bistro als Kellner arbeitet. Während M. weitgehend geständig ist, schweigt B. sich bis zum heutigen Tag aus. Verteidiger Nima Djafarian kündigte nun für den letzten Sitzungstag noch eine Stellungnahme an. Bei keinem der Angeklagten wurde die goldene Armbanduhr gefunden.

Auffallend war in der Zeit nach der Tat eine Handverletzung bei M. Um eine Aussage darüber zu bekommen, hat der Vorsitzende Richter Jens Aßling M.s ehemaligen Chef und zwei Arbeitskollegen geladen. Denn die Verletzung könnte vom Schlag ins Gesicht des Rentners herrühren – und die Waffe will der Überfallene in der linken Hand gesehen haben. Doch darauf gibt es keine zufriedenstellende Antwort. Alle drei erklären einstimmig, dass M. von einem Knochenbruch sprach und man passend dazu eine deutliche Schwellung sehen konnte. Das schwere Presswerkzeug, welches die Heizungsbauer täglich auf ihren Baustellen verwenden, sei ihm auf die Hand gefallen. Was aber keiner gesehen hat.

Anfang Juni soll nun der Geschädigte selbst zu Hause per Videokonferenz vernommen werden, an diesem Tag wird auch mit den Urteilen gerechnet. Seit dem Überfall leidet der Senior unter Ängsten und Schlafstörungen. Neben den psychischen Auswirkungen hat auch die Physis des ehemaligen Gewichthebers stark gelitten. Nach einem nächtlichen Sturz mit fünf Knochenbrüchen kam er nicht mehr auf die Beine, ist bettlägerig und auf Pflege angewiesen.  gel

Quelle: DA-imNetz.de

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