Frühe Falter in Groß-Zimmern

Nabu ruft zu Schmetterlingsmeldungen auf

Tagpfauenaugen gehören mit ihren auffälligen Augenflecken zu den bekanntesten Tagfaltern. 
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Tagpfauenaugen gehören mit ihren auffälligen Augenflecken zu den bekanntesten Tagfaltern.

Die frühen Schmetterlinge gehören zu den auffälligsten Frühjahrsboten. Der Nabu ruft nun auf, sie zu Zählen. Damit sollen die Bestände eingeschätzt werden. 

Groß-Zimmern – Die warmen Temperaturen locken bereits zahlreiche Tiere aus ihren Winterverstecken hervor. Neben den Wildbienen – hierzu gehört auch die auffallend dunkel gefärbte Holzbiene – und Hummeln gehören die frühen Schmetterlinge zu den auffälligsten Frühlingsboten.

Die Falter haben an geschützten Stellen überwintert und gehen nun wieder auf Futtersuche. Genau diese Falter sollen bei der Mitmach-Aktion „Frühe Falter in Hessen“ vom Naturschutzbund (Nabu) Hessen und der Naturbeobachtungsplattform Naturgucker. de gemeldet werden. „Wir rufen dazu auf, sechs leicht zu erkennende Schmetterlingsarten zu melden, um so zu erfahren, wie viele durch Hessen flattern“, erklärt Lothar Jacob vom Nabu Groß-Zimmern.

Der Zitronenfalter überwintert als einzige heimische Schmetterlingsart in der freien Natur ganz ohne jeglichen Schutz.

Die heimischen Schmetterlinge sind in jedem Stadium ihrer Entwicklung an häufig sehr spezifische Umweltbedingungen gebunden: Für die Eiablage und als Nahrungsquelle für die Raupen ist beispielsweise das Vorkommen bestimmter Pflanzenarten unabdingbar. Schmetterlinge werden vor diesem Hintergrund als „herausragende Bioindikatoren“ angesehen. Sie signalisieren aufgrund ihrer Empfindlichkeit die Veränderung der Qualität ihrer Lebensraumbedingungen. Je nach Falterart und Stabilität der Bestände, können dadurch Erkenntnisse im Hinblick auf das Funktionieren beziehungsweise die Beeinträchtigung relevanter Ökosysteme und deren Vernetzung gewonnen werden. „Bei den eigentlich weit verbreiteten Arten, für die wir uns hier interessieren, wirkt sich vor allem der Lebensraumverlust durch die intensive, menschliche Nutzung aus. Und zwar sowohl in der Agrarlandschaft, als auch auf städtischen Grünflächen oder im heimischen Garten“, erklärt Jacob und betont: „Ein Feld also, das uns alle betrifft und auf das wir alle einen Einfluss haben.“

Der C-Falter hat Flügel mit orange gefärbten Oberseiten, die mit einem schwarzen, braunen und gelben Fleckmuster gezeichnet sind.

An der Aktion kann sich jeder beteiligen, auch ohne Vorwissen. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Auftreten von den leicht zu erkennenden Schmetterlingsarten Tagpfauenauge, Zitronenfalter, Aurorafalter, Kleiner Fuchs, Admiral und Trauermantel. Es können aber auch weitere Arten gemeldet werden. Je mehr Meldungen eingehen, desto genauer können die Nabu-Verantwortlichen die aktuelle Situation der Falterbestände einschätzen. Gemeldet werden die Sichtungen ab dem ersten Auftreten bis zum 15. Mai ganz einfach über ein bebildertes Meldeformular. Das Formular ist über die Projektseite auf der Internetseite des Nabu Hessen zu erreichen. Eine vorherige Registrierung ist dafür nicht erforderlich.

Der Admiral ist leicht an seinen auffälligen Flügelbinden zu erkennen. Ein echter Wanderfalter, der den Winter im warmen Süden verbringt.

Eine gute Nachricht hat Jacob noch aus dem Reich der Vögel: „Glücklicherweise ist bei mir noch keine Meldung bezüglich toter Blaumeisen eingegangen. Ich hoffe, dass das auch so bleibt.“ Der Grund hinter der Freude: Seit Anfang März werden in Deutschland auffallend viele Blaumeisen beobachtet, die krank wirken und kurz darauf sterben, berichtet der Nabu. Jetzt ist der Erreger des Meisensterbens identifiziert: Es ist ein Bakterium namens Suttonella ornithocola, das bei den Vögeln eine Lungenentzündung verursacht. Bis gestern wurden dem Nabu innerhalb von nur zwölf Tagen 13 800 Fälle aus Deutschland gemeldet, die etwa 26 000 Vögel betreffen.

Von lahe

Quelle: DA-imNetz.de

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