Jasmin Hübner ist die Nachfolgerin von Marianne Schott

Grimms neue Vorzimmerdame

Jasmin Hübner ist seit Januar Assistentin von Zimmerns Bürgermeisterin Achim Grimm und außerdem für die Seniorenarbeit in der Gemeinde zuständig.
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Jasmin Hübner ist seit Januar Assistentin von Zimmerns Bürgermeisterin Achim Grimm und außerdem für die Seniorenarbeit in der Gemeinde zuständig.

Groß-Zimmern – Viele Bürgerinnen und Bürger haben es bemerkt: Marianne Schott sitzt nicht mehr im Vorzimmer von Groß-Zimmerns Bürgermeister Achim Grimm. Sie ist zum Jahresende 2020 in die wohlverdiente Altersteilzeit gegangen, nachdem sie etliche Jahre für die Gemeinde gearbeitet hat. Zunächst bei der Gemeindekasse, vor zwölf Jahren wechselte sie dann in das Vorzimmer des Verwaltungschefs.

Dieser bedauerte, die „sehr verdiente Mitarbeiterin“ zu verlieren. Vier Tage hat Schott ihre Nachfolgerin noch eingearbeitet, stand aber auch darüber hinaus noch für Fragen zur Verfügung. Schotts Nachfolgerin heißt Jasmin Hübner und fungiert nun schon seit Anfang Januar als Vorzimmerdame von Grimm. Wobei es dieser Begriff im Moment nicht so richtig trifft, denn im provisorischen Rathaus in der Justus-Liebig-Straße teilen sich Hübner und Grimm ein Zimmer. Erst im sanierten Rathaus werden wieder die alten Verhältnisse eintreten und Hübner tatsächlich einen eigenen Arbeitsraum zur Verfügung haben. Allerdings ist die 35-Jährige zurzeit gar nicht so unglücklich, so dicht bei ihrem Chef zu sitzen. „Das macht einiges einfacher in meiner Einarbeitungszeit“, sagt sie und strahlt. Hübner organisiert die Termine des Bürgermeisters – eine aufwändige Arbeit, wie er selbst sagt. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist diese Aufgabe nicht einfacher geworden. Zu bedenken ist dabei aktuell immer auch, wie groß die Räume sind und wie viele Personen sich darin unter Berücksichtigung der Abstands- und Hygiene-Regeln treffen dürfen. Grimm ist auch froh, dass Hübner mitunter als Blitzableiter fungiert. Wenn sich Bürger über einen Sachverhalt ärgern, dann bekommt oft die Assistentin des Bürgermeisters den ersten Wutanfall ab. „Man braucht ein starkes Nervenkostüm“, sagt Grimm, „ein Sensibelchen wäre fehl auf diesem Platz. Wenn die Leute dann bei mir landen, sind sie ihre ersten Emotionen losgeworden, und wir können auf einer sachlichen Ebene miteinander reden.“

Einen weiteren Themenbereich von Schott hat Hübner ebenfalls geerbt. Sie ist in der Gemeinde für die Seniorenarbeit zuständig. Ihre Vorgängerin hat die Treffen der Seniorenvereinigungen organisiert und weitere Termine koordiniert. Außerdem ist Groß-Zimmern eine „demenzaktive Gemeinde“ und pflegt die Zusammenarbeit mit dem Demenzservicezentrum, das sein Büro im Mehrgenerationenhaus hat. Bis jetzt hat Hübner mit diesem Themenkomplex allerdings nur wenig Arbeit gehabt, denn pandemiebedingt ruht auch die Seniorenarbeit weitestgehend. Für Dienstagabend hatte sich Hübner zu einer Onlinekonferenz zu diesem Thema angemeldet. Eine Aufgabe erledigt sie jetzt schon zur vollsten Zufriedenheit der Zimmerner Senioren: Sie koordiniert die Busfahrten ins Impfzentrum, meist nach Reinheim. Es gibt zwar einen Bus in die Nachbarkommune, aber der setzt die Senioren – zurzeit werden ja noch viele über 80-Jährige geimpft – am Bahnhof ab. Aus dem Bürgerbus können die Impfwilligen direkt vor der Tür des Impfzentrums aussteigen. Hübner organisiert den Transfer, Peter Lorenz vom DRK ist der Fahrer. „Da haben schon einige Bürger im Nachhinein angerufen und sich bedankt“, sagt Hübner, die auch schon vorab viele Fragen zur Impfung beantwortet hat.

Die neue Kraft im Zimmerner Rathaus freut sich schon darauf, mit der Seniorenarbeit irgendwann mal richtig loslegen zu dürfen. Für den September 2020 war im Kulturzentrum Glöckelchen eine Theateraufführung geplant, um die Arbeit für die demenzaktive Kommune ins Rollen zu bringen, die dann coronabedingt ausgefallen war. Wenn die Pandemielage es wieder zulässt, wäre hier ein erstes Aufgabenfeld für Hübner. Sie hat sich gegen mehrere Bewerber auf die Stelle durchgesetzt. Hübner ist gelernte Bankkauffrau und arbeitete zuvor bei der Sparkasse. In ihre Überlegungen, innerhalb des Kreditinstituts ein anderes Aufgabenfeld zu übernehmen, platzte eine Freundin mit dem Hinweis, dass das Vorzimmer in Groß-Zimmern neu zu besetzen sei. „Da habe ich mir dann überlegt: Wenn schon ein Neuanfang, warum dann nicht gleich richtig?“ Bürgermeister Grimms rechte Hand hat eine 16-jährige Tochter mit der sie in Schaafheim lebt. Zwei Hobbys sind ihr ans Herz gewachsen: Zum einen spielt sie seit Jahren im Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Schaafheim und bei der Gruppe „Swinging Saxophones“. Zum zweiten ist sie begeisterte Reiterin beim Reit- und Fahrverein Babenhausen.

Von Agnes Badener

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