Groß-Zimmern

Schutzmasken aus Groß-Zimmern für den guten Zweck

Bunt is beautiful: Daniela von Nida mit einer der Masken, die in der Alten Apotheke reißenden Absatz finden und deren Kauf auch noch eine wohltätige Sache ist. Foto: Dörr
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Bunt is beautiful: Daniela von Nida mit einer der Masken, die in der Alten Apotheke reißenden Absatz finden und deren Kauf auch noch eine wohltätige Sache ist.

Vier Kundinnen der Alten Apotheke nähen derzeit Schutzmasken. Der Erlös geht an mehrere Organisationen. Jetzt sind auch zwei Profis im Boot.

Groß-Zimmern – Daniela von Nida und das 16-köpfige Team der Alten Apotheke in der Groß-Zimmerner Enggasse spürten das Coronavirus indirekt schon zu einer Zeit, als im Ort noch kräftig Fastnacht gefeiert wurde. „Schon seit Januar hatten wir das Problem, dass wir keine medizinischen Masken mehr bestellen konnten“, blickt von Nida drei Monate zurück. Gleichzeitig stieg die Nachfrage ihrer Kunden nach Masken – woraufhin die Apothekerin, inspiriert von der Facebook-Gruppe „Hessen hilft“ und gemeinsam mit vier Stammkundinnen, eine Idee gebar: „Wir spendieren das Material, die Kundinnen nähen daraus die Masken – und den Erlös geben wir für den guten Zweck.“

So geht die jüngst begonnene und weiter laufende Benefizaktion in der Kurzfassung. Etwas ausführlicher lief und läuft sie so: Die Stammkundinnen meldeten sich bei Daniela von Nida, wurden mit Materialien für einfache, bei 60 Grad waschbare Schutzmasken – keine FFP-Masken, wie sie im medizinischen Umfeld Standard sind – ausgestattet und nähten los. Die Ergebnisse, oft farbenfroh gemustert, gab von Nida in der Alten Apotheke zunächst gegen eine Spende in frei wählbarer Höhe ab. Und wurde überrannt: „Die ersten 50 Masken waren in einer halben Stunde weg.“

Mancher vergütete das großzügig, auch oder gerade wegen der Nutznießer, auf die das für die Masken eingenommene Geld später verteilt werden soll: die Tafel Dieburg, die bedürftige Menschen mit Lebensmitteln versorgt; der Förderverein der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg; und das Sternenkinderzentrum Odenwald, das Eltern berät und begleitet, deren Kind vor oder kurz nach der Geburt gestorben ist. Zum Sternenkinderzentrum besteht der Kontakt über Hebamme Janine Willner, die zu den Initiatorinnen der guten Sache gehört.

Allerdings gab es auch Kunden, die die freiwillige Spendenhöhe zu ihren Gunsten ausgenutzt hätten, berichtet von Nida. Vereinzelt hätten sich welche wohl zehn, 15 Masken gekrallt und dann 5 Euro gegeben. Was die Inhaberin der Alten Apotheke zu einer Umstellung bewog: Sie legte eine Mindestspende von 5 Euro pro in Handarbeit gefertigter Maske fest.

Mittlerweile sind durch die Aktion schon 1 500 Euro eingenommen worden, „400 Masken waren es bisher bestimmt“, schätzt von Nida. Ihre fleißigen Stammkundinnen dürfen nun auch mal eine Pause vom Nähen einlegen. „Wir haben nun auch bei zwei professionellen Schneiderinnen Masken bestellt“, sagt sie, die im November auch die Ausbildung zur Heilpraktikerin vollendete und die Alte Apotheke seit nunmehr sechs Jahren führt. Der bei den Profis georderte Nachschub soll die Versorgung sichern. Fürs Wochenende war das Eintreffen des nächsten Schwungs an Masken geplant. Sie werden nun zu einem Festpreis von 15 Euro, von denen 5 als Spende für die genannten Zwecke dient, verkauft.

Die Frage, ob es den Trägern der Masken mittlerweile verstärkt auf den modischen Aspekt ankomme, beantwortet Daniela von Nida übrigens mit einem klaren Ja: „Dieser Trend ist eindeutig. Die bunten sind besonders gefragt.“ Die Farbe ändert freilich nichts an der Wirkung: „Diese Art Maske hat im Gegensatz zu den medizinischen Schutzmasken keine Schutzfunktion für den Träger.“ Allerdings reduziere man damit das Risiko, über die eigenen Speicheltröpfchen andere Menschen anzustecken.

VON JENS DÖRR

Quelle: DA-imNetz.de

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