Groß-Zimmern

Eine Welle von Hilfsbereitschaft geht durch Groß-Zimmern

Miteinander – aber auf Abstand: Der Tag der Nachbarn in Groß-Zimmern wurde diesmal im Garten des Mehrgenerationenhauses mit kleiner Teilnehmerzahl, aber mit einer großen Dankeschön-Aktion begangen.
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Miteinander – aber auf Abstand: Der Tag der Nachbarn in Groß-Zimmern wurde diesmal im Garten des Mehrgenerationenhauses mit kleiner Teilnehmerzahl, aber mit einer großen Dankeschön-Aktion begangen.

Das Mehrgenerationenhaus in Großzimmern begeht den Tag der Nachbarn und ist zufrieden mit  dem Einsatz der Bürger in Corona-Pandemie.

Groß-Zimmern – Der Tag der Nachbarn ist eine bundesweite Initiative zur Stärkung des nachbarschaftlichen Miteinanders. Am 29. Mai wurde der Aktionstag auch beim Mehrgenerationenhaus (MGH) des Diakonischen Werks begangen – aber wegen der Corona-Pandemie mit überschaubarer Teilnehmerzahl. Hilfsbereitschaft in der Gemeinde, das zeigte sich in der kurzen Feierstunde, ist dennoch groß.

Denn wie gut Nachbarschaft in Groß- und Klein-Zimmern funktioniert, das sehe man gerade jetzt, wo ein Virus den Alltag auf den Kopf stellt. „Wie kann eine Gemeinde Dinge für andere regeln?“, war die Ausgangsfrage für Bürgermeister Achim Grimm, nachdem die Kontaktsperren verhängt wurden. Andererseits nahm bei Kirchengemeinden, Privatbürgern und Vereinigungen eine Welle von Hilfsbereitschaft an Fahrt auf. Gebündelt wurde dieses Engagement zur Coronahilfe Groß-Zimmern, die vom MGH koordiniert wird. Die Nachfrage war gering, ein gutes Zeichen. „Denn es zeigte sich, dass die Nachbarschaftshilfe in beiden Ortsteilen gut funktioniert“, resümierte Grimm.

Der Tag der Nachbarn, an dem sich Mehrgenerationenhäuser seit drei Jahren beteiligen, gewinnt durch die Coronakrise neue Facetten. „Früher haben wir immer einen Tag der Offenen Tür veranstaltet“, sagte Angelika Seidler, Koordinatorin des MGH, diesmal war das Motto „Helfen wir einander“. Diese Botschaft haben in den vergangenen Wochen viele Menschen aufgegriffen: privat, über Vereine, Institutionen und Kirchengemeinden.

„Sieben Frauen haben fast 400 Masken genäht“, berichtete Jakob Neufeld, der ab 1. August 2020 die Nachfolge Angelika Seidlers antreten wird. Zu ihnen zählen Ursula Radon, die vor drei Jahren nach Zimmern zog, und Mahvash Bahadori, die nicht nur Masken nähte, sondern auch bei der Organisation Foodsharing Lebensmittel ausgibt. 380 Euro Spenden gingen beim MGH ein, dankbare Empfänger der Atemschutzmasken spendeten im Gegenzug. Das Geld wurde auf 24 Helfer umgelegt, die Gutscheine zum Einkauf im Weltladen Dieburg erhielten.

Der Tag der Nachbarn war auch ein Tag des Dankes. Etwa an die Initiative Foodsharing, die unter der Coronapandemie über sich hinauswuchs. „Die Tafel wurde geschlossen“, berichtete der Groß-Zimmerner und für Dieburg zuständige Foodsharing-Botschafter Karsten Heinrich – und plötzlich stemmte ein kreatives Team die Herausforderung, Unmengen von Lebensmitteln bei Märkten abzuholen – und trotz fehlender Verteilstationen (die wegen Corona zu waren), gerettete Waren zu verteilen. Kerstin Akinbola war eine dieser Außendienstler, die Lebensmittelpakete ausfuhr und Familien vor die Haustür stellte.

Als kleine Geste zum Tag der Nachbarn wurden außerdem 200 Blanko-Postkarten an Haushalte verteilt. „Eine Briefkastenüberraschung“, erklärte Neufeld. Die Karten sollen ausgefüllt, und einem lieben Nachbarn mit ein paar Zeilen in den Postkasten gesteckt werden. Und ganz langsam werden die eingefrorenen Aktivitäten im MGH wieder hochgefahren. Sicher, während der Kontaktsperren wurde viel telefoniert, etwa mit den Schützlingen der Demenzgruppen, und für die Familien der beiden Krabbelgruppen kleine Päckchen geschnürt. „Wir haben ein System entwickelt, wie man mit den Menschen in Kontakt bleibt“, resümierte Jakob Neufeld. 

Auch an die Mitglieder der Demenzgruppen wurde kleine Aufmerksamkeiten verteilt. „Aber jetzt kann es in kleinen Schritten wieder losgehen“, sagte Seidler. Eingeladen werden die Mitglieder der Krabbelgruppen, die an der frischen Luft im Garten des MGH starten sollen. Freitags gibt die Foodsharing-Gruppe ab 15 Uhr vorm Haus gerettete Lebensmittel aus. Am Freitag, 5. Juni, startet außerdem das neue Projekt „Kinderkleiderfreitag“. Initiiert wird es von Elli Haunschild, im Rahmen ihres Studiums der Sozialen Arbeit. „Gerade in Groß-Zimmern gibt es viel Kinderarmut“, sagte die Gundernhäuserin, die sich auf eine Erhebung des Landkreises, den Kinderarmutsbericht, bezogen auf die Altersgruppe 0 bis 3 stützt. Von 15 bis 17 Uhr kann kommenden Freitag erstmals Kinderkleidung für die Altersgruppe Null bis sechs Jahre im MGH mitgenommen oder getauscht werden. 

zah

Quelle: DA-imNetz.de

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