Straßenplanung wird nachjustiert

Groß-Zimmern: Gestaltung der Ortsdurchfahrt ist Anlass für Sondersitzung

Die L3115 durch Groß-Zimmern soll zunächst auf dem Abschnitt vom Kreisel Waldstraße bis zur Kreuzung Darmstädter Straße ein neues Gesicht bekommen.
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Die L3114 durch Groß-Zimmern soll zunächst auf dem Abschnitt vom Kreisel Waldstraße bis zur Kreuzung Darmstädter Straße ein neues Gesicht bekommen.

In der Gemeinde Groß-Zimmern soll während der Sommerpause in einer Sondersitzung die Sanierung und Neugestaltung der Ortsdurchfahrt nachjustiert werden.

Groß-Zimmern - Geplant ist, dass an diesem Treffen die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses sowie Ingenieur Steffen Holz vom Frankfurter Planungsbüro Sweco und Vertreter von Hessen Mobil teilnehmen werden. Mit diesem einmütigen Beschluss folgte die Gemeindevertretung am Dienstagabend in der Mehrzweckhalle der Empfehlung des Bauausschusses. In der vorangegangenen Mai-Sitzung hatten die Parlamentarier das umstrittene Thema zur weiteren Beratung in die Fraktionen zurückgegeben. Zu groß sind mittlerweile die Bedenken gegen die im Dezember 2020 beschlossene Querschnittsvariante „Pro Radverkehr“ im Abschnitt zwischen Wilhelm-Leuschner- und Bertha-vonSuttner-Straße bis zum Kreisel Waldstraße (wir berichteten mehrfach).

Zwischenzeitlich hatte die CDU-Fraktion einen Änderungsantrag eingereicht als „Diskussionsgrundlage für ein gemeinsames Konzept für die Ortsdurchfahrt, das möglichst allen Bürgerinnen und Bürgern gerecht wird“. Die Christdemokraten sehen die Gefahr, dass durch die Reduzierung der Parkplätze ein großer Nachteil für die Geschäftstreibenden an der Hauptstraße entsteht. Zudem seien die Gehwege zu schmal geplant, insbesondere im Hinblick auf Fußgänger mit Gehhilfen, Familien mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer. „Auch den vermeintlichen Schutz durch die Radfahrstreifen auf der Fahrbahn sehen wir als nicht ausreichend gegeben.“ Bei Tempo 50 würden Autofahrer dazu verleitet, den geltenden Sicherheitsabstand von 1,50 Meter zu unterschreiten, weshalb die CDU Schutzstreifen auf der Fahrbahn anstatt separierte Radfahrstreifen sowie eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h fordert. Zudem wird der Planung, die Zufahrt zur Angelstraße/Dieburger Straße zu schließen, eine Absage erteilt: „Anwohner und Rettungskräfte müssten dann erhebliche Umwege fahren.“

Die SPD-Fraktion hatte vor der Beratung des Themas im Bauausschuss eine Stellungnahme abgegeben, in der sie darauf abhob, dass die L 3114 auf diesen rund 500 Metern Länge „nicht nur Durchgangsstraße, sondern auch Erschließungsstraße, Geschäftsstraße und Lebensraum“ ist. Anzustreben sei deshalb ein „ganzheitlicher Straßenraumentwurf“, der die Autofahrer zur angepassten Fahrweise auffordere und die Bedürfnisse von Fuß- und Radverkehr berücksichtige – inklusive Barrierefreiheit –, aber auch ökologische Grundsätze. Zudem sollten durch Lärmminderung und Luftreinhaltung die Anwohner entlastet werden, fordert die SPD.

Es gebe wohl noch einige offene Punkte zur Planung und aus allen Fraktionen konstruktive Vorschläge, fasste Gemeindevertretervorsitzender Manfred Pentz (CDU) in der Sitzung zusammen. Und äußerte die Hoffnung, nach der Sondersitzung werde man in der nächsten Gemeindevertretersitzung „auf einen gemeinsamen Nenner kommen“.

Zunächst wird sich durch die Neudiskussion der Straßenbau verschieben. „Momentan ist die Maßnahme für 2023 vorgesehen“, informierte Bürgermeister Achim Grimm (CDU). Mit der dringend notwendigen Sanierung des Kanalnetzes in diesem Bereich will die dafür verantwortliche Gemeinde bereits ab 23. August beginnen. Das Ingenieurbüro Reitzel wird in einer Anliegerversammlung am Mittwoch, 28. Juli, um 20 Uhr, in der Mehrzweckhalle die Planung und Umsetzung der Baumaßnahme vorstellen. Der Gemeindevorstand hat den Auftrag an die Groß-Zimmerner Firma Keil und Purkl für rund 1,11 Millionen Euro vergeben.

Die Straßenplanung soll zu einem späteren Zeitpunkt präsentiert werden. Hierzu ist die Abstimmung mit der Landesbehörde Hessen Mobil notwendig, über die auch Fördergelder für die Straßenbaumaßnahme beantragt werden. (Von Sabine Müller)

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