Juz bekommt einen Anbau / Hoffnung auf eigene Telefonnummer

Neue Räume fürs Jugendzentrum

Bürgermeister Achim Grimm und die beiden Jugendpfleger Markus Pcszolla und Tom Hicking (von links) vor dem Spielgeräte-Schuppen, der wohl dem Anbau an das Jugendzentrum weichen muss.
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Bürgermeister Achim Grimm und die beiden Jugendpfleger Markus Pcszolla und Tom Hicking (von links) vor dem Spielgeräte-Schuppen, der wohl dem Anbau an das Jugendzentrum weichen muss.

Groß-Zimmern – Das Jugendzentrum (Juz) bekommt einen Anbau: Diese freudige Nachricht hat Bürgermeister Achim Grimm (CDU) zu verkünden. Schon vor einigen Jahren hat die Gemeinde einen Antrag auf Fördergelder für einen Anbau gestellt. Bereits im Jahr 2018 ist dieser in der Verwaltung angekommen. „Aber aufgrund von vielen Großbaustellen konnten wir uns damit noch nicht befassen“, sagt Grimm und zählt unter anderem die Sanierung des Rathauses, den Bau der Kindertagesstätte Semder Pfad, aber auch einige Straßenbauprojekte, unter anderem die Ortsdurchfahrt von Groß-Zimmern, auf.

Nun habe man bald etwas mehr Luft, weil Projekte wie das Rathaus und die Kita im Sommer fertiggestellt werden sollen. Außerdem drängt allmählich die Zeit. Die Fördergelder sind an Bedingungen geknüpft. Die aktuell Wichtigste ist die Zeitschiene – bis Ende 2022 muss der Anbau stehen. Es bleiben also nur etwas mehr als anderthalb Jahre. 365 000 Euro stehen aus dem Investitions-Förderprogramm „Integration im Quartier“ zur Verfügung, 90 Prozent der Baumaßnahme werden über das Förderprogramm abgedeckt, nur zehn Prozent der Finanzierung bleiben bei der Gemeinde. Also ein Angebot, das sie nicht ausschlagen wollen. Die Zeitschiene impliziert aber noch eine weitere Entscheidung. Gebaut werden soll auf dem Freigelände des jetzigen Juz. Zwar liegt direkt am Gelände des Juz und des Nachbarschaftszentrums – ein Anbau an das ursprüngliche Juz-Gebäude – ein weiteres städtisches Grundstück. Wollte man dieses mit einbeziehen, müsste allerdings der Bebauungsplan geändert werden, was Grimm in der Kürze der verbleibenden Zeit für nahezu unmöglich hält. Kehrseite der Medaille: Das sowieso schon sehr knapp bemessene Außengelände des Jugendzentrums, das ja unter anderem auch für die Ferienspiele genutzt wird, wird noch kleiner.

Zwischen 100 und 120 Quadratmeter soll der Anbau groß werden und sich wie das Nachbarschaftszentrum über zwei Etagen erstrecken. Zwischen 50 und 60 Quadratmetern groß sollen die beiden Räume jeweils werden, wie die beiden Jugendpfleger Tom Hicking und Markus Psczolla berichten. Der eine Raum im Erdgeschoss wird für die Musik reserviert sein, der andere Raum im ersten Stock ist entweder als Mehrzweckraum oder aber für den Nähkurs angedacht, der außerhalb von Pandemiezeiten regelmäßig stattfindet. Hicking und Psczolla freuen sich schon auf den neuen Musikraum, der bis jetzt im Nachbarschaftszentrum untergebracht ist. Werden dort die Instrumente, besonders das Schlagzeug betätigt, dann ist das derzeit nicht nur überall zu hören, sondern es vibriert auch das ganze Juz. Deshalb soll die Erweiterung so gebaut werden, dass der Neubau vom Altbau entkoppelt ist und die Vibrationen und Lärmbelästigung verschwindet. „Es ist nicht schön, zuzuhören, wenn ein Anfänger am Schlagzeug übt“, sagt Hicking.

Die im Nachbarschaftszentrum frei werdenden Räume können dann anders genutzt werden. Vorstellen können sich Hicking und Psczolla unter anderem Bereiche der Flüchtlingshilfe. Noch sitzen die Kolleginnen, die die Flüchtlinge betreuen, im selben Büro des Nachbarschaftszentrums wie die Jugendpfleger und teilen sich auch noch das Telefon. Auch hier hofft Hicking längerfristig auf getrennte Rufnummern. Eine genauere Planung hat noch nicht begonnen. „Wir haben jetzt erst mal grundsätzlich über das Raumkonzept entschieden“, erklärt Bürgermeister Grimm. Der nächste Schritt ist, einen Fachplaner zu finden und zu beauftragen. „Ohne Fachplaner geht heute gar nichts mehr“, sagt Grimm, „zudem können wir über das Förderprogramm nur einen externen Planer abrechnen.“ Von der Abrechnung einmal abgesehen sei die Bauverwaltung damit ausgelastet, die vielen Bauprojekte der Gemeinde zu koordinieren und zu beaufsichtigen. Die beiden Jugendpfleger freuen sich auf die neuen Räume. Sie würden sich aber auch sehr darüber freuen, wenn sie endlich wieder vermehrt Kinder und Jugendliche im Juz begrüßen könnten. Zurzeit läuft nur die Hausaufgabenbetreuung – und das sehr eingeschränkt mit wenigen Kindern. Einige wenige Kurse im Nachbarschaftszentrum finden auch noch statt, dazu gehören im Wesentlichen Sprachkurse für Kinder und Erwachsene. Das gesamte offene Angebot hingegen ist praktisch seit Beginn der Corona-Pandemie zum Erliegen gekommen. Es steht auch in den Sternen, wann die nächsten Ferienspiele stattfinden können. In den Osternferien, wie sonst üblich, auf jeden Fall nicht. (zba)

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