Groß-Zimmerner Profiboxer Tommy Punch „hungrig“ auf seinen Sport

Nur gebremst, nicht gestoppt

Will zurück in den Ring: Nachwuchsboxer Tommy Punch aus Groß-Zimmern (links) hofft, dass die Corona-Lockerungen eine Öffnung des Profiboxens zulassen.
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Will zurück in den Ring: Nachwuchsboxer Tommy Punch aus Groß-Zimmern (links) hofft, dass die Corona-Lockerungen eine Öffnung des Profiboxens zulassen.

Groß-Zimmern – Auch den stärksten Groß-Zimmerner hat der Corona-Lockdown gebremst. Boxer Tommy Punch schnappte sich im August 2020 gegen Zoltan Sera den Sieg um die Deutsche Meisterschaft im Cruisergewicht und gewann zweimal die WBC Junioren-Weltmeisterschaft. Aber seit rund einem halben Jahr sei er wegen Corona ohne Kampf, wie der Wahl-Groß-Zimmern mit großem Bedauern mitteilt.

17 Profikämpfe das Nachwuchstalent bisher bestritten, jedes mal siegreich. Doch gegen die Viruspandemie war auch er machtlos und musste pausieren. Ein Funke Hoffnung keimte, als für Februar der nächste Kampf ins Auge gefasst wurde – das Fünkchen erlosch wieder. „Mein Promoter hat alles abgesagt“, bedauert Tommy Punch, der mit bürgerlichem Namen Tahir Kahrovic heißt. Das 1996 geborene Talent wurde von Ex-Weltmeister Marco Huck entdeckt und entschied sich für eine Profikarriere. Im Boxstall Hucks (MH Boxing) wird er gefördert – doch die Pandemie grätschte dazwischen. Tommy Punch trainierte in den vergangenen Wochen für sich und drehte seine Laufrunden durch den Groß-Zimmerner Wald. Doch jetzt kommt Schwung in den Boxsport: Seit knapp zwei Wochen ist Punch im Trainingslager in Bruchsal, absolviert zwei bissige Einheiten am Tag, verbrennt Fett und legt an Kondition und Muskelmasse zu. Läuft alles nach Plan, kommt Punch im April zurück in den Boxring – auch, wenn im Stadion in Berlin wohl kein Zuschauer zugelassen wird, fiebert er der Nacht entgegen. „Mein Gegner steht noch nicht fest“, sagt der starke Hesse im Interview mit dem Lokal-Anzeiger. Doch er sei „hungrig“ auf seinen Sport, den er erst recht spät mit 17 Jahren für sich entdeckte.

Die Karriere begann rasant. Besonders die schnelle Linke gilt als extrem gefährlich. Elfmal schickte Punch seine Gegner auf die Bretter und beendete diese Kämpfe durch vorzeitigen K.o.. Er vertraut auf seinen Manager und Ziehvater Karl-Heinz Wolpers, der seinen Weg mit begleitet und entwickelt. Die letzten Wochen vor dem Kampf wird der Groß-Zimmerner in Berlin verbringen. Intensives Sparringstraining, die mentale Vorbereitung, das Studium des Gegners stehen dann an. „Boxen ist wie Schach, mit viel körperlicher Kondition“, hatte Punch einmal erklärt. „Und ich bin zu 101 Prozent da“, betont das ehrgeizige Nachwuchstalent, das einen großen Traum träumt. Schon 2020 wollte er um den Weltmeistertitel in seiner Gewichtsklasse kämpfen. Das elende Virus kam wie gesagt dazwischen, doch es hat ihn nur gebremst, nicht gestoppt, beim eisernen Kampf bis ganz oben in die Weltspitze. (zah)

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