Teilnehmer der CDU-Radtour besichtigen Baustelle

Rathaus-Sanierung in Groß-Zimmern liegt im Zeitplan

Von der Baustelle hat man einen guten Blick auf Groß-Zimmern.
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Von der Baustelle hat man einen guten Blick auf Groß-Zimmern.

Groß-Zimmern – Corona verändert vieles, aber die Rathaussanierung in Groß-Zimmern bekommt bis jetzt keine Auswirkungen der Pandemie zu spüren. „Wir liegen im Bauzeitplan“, informierte Bürgermeister Achim Grimm jüngst bei der Radtour der CDU. Dabei wurden verschiedene Stationen in der Gemeinde angesteuert und der Verwaltungschef erläuterte den Stand der Dinge.

Die erste Station war das Rathaus, das immer noch eine große Baustelle ist. Grimm geht davon aus, dass die Bauarbeiten Ende August, Anfang September 2021 beendet sein werden, und die Verwaltungsmitarbeiter dann vom provisorischen Bau in der Justus-Liebig-Straße wieder an ihr angestammtes Domizil in der Ortsmitte zurückkehren können.

Am Ersatzstandort habe man sich mit einer gewissen „Kuscheligkeit“ durchaus anfreunden können, sagte Grimm – bis Corona kam. Da war die große Nähe auf einmal nicht mehr so gefragt. Die Stechuhr wurde ausgeschaltet und viele Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. Einige schnelle Umbauten sorgen dafür, dass Bürger ihre Anliegen jetzt auch wieder persönlich in der Verwaltung vortragen können.

Das Rathaus ist völlig entkernt. Im Erdgeschoss sieht man noch nicht viel von der späteren Gestalt.

Grimm griff aber auch noch einmal grundsätzliche Fragen zum Rathausumbau auf und erinnerte: Bevor die Entscheidung der Kernsanierung getroffen worden war, lagen weitere Optionen auf dem Tisch, zum Beispiel ein Neubau an einem anderen Standort. „Aber wo hätten wir hingegen sollen?“, fragte der Bürgermeister rein rhetorisch. Weder die Grüne Mitte noch die Friedhofserweiterungsfläche hätten echte Vorteile gehabt.

Abreißen und am jetzigen Standort neu bauen sei auch keine Lösung gewesen. Denn nach der heutigen Bauordnung hätte man das Rathaus wohl nicht mehr in seiner jetzigen Form gestalten können. Man hätte einiges an Bürofläche verloren, dabei sei die Verwaltung in den vergangenen Jahrzehnten nicht geschrumpft, sondern gewachsen. Ein Neubau auf der grünen Wiese hätte noch einmal zwei bis drei Millionen Euro mehr gekostet. Dennoch sei es keine leichte Entscheidung für das Gemeindeparlament gewesen, bilanzierte der Bürgermeister.

Groß-Zimmerner Rathaus vollkommen entkernt - weil Brandschutzverordnungen immer strenger werden

Auch aufgrund der Brandschutzverordnungen, die immer strenger werden, war klar, dass das Gebäude vollkommen entkernt werden muss. Diese Phase ist abgeschlossen. Auch weitere Gegebenheiten waren nicht mehr zeitgemäß. So war etwa der Fahrstuhl nicht mit einem Rollstuhl nutzbar. Auf die Frage, warum man damals beim Bau nicht schon Barrierefreiheit berücksichtigt habe, antwortete Grimm: „Vor 40 Jahren war ein anderes Denken.“

Ein zweites Treppenhaus wird es jetzt auch geben. Das ist außerhalb des bisherigen Baukörpers nach Süden hin gelegen und im Rohbau bereits fertig. Bisher hätte das Rathaus im Brandfall nur über ein Treppenhaus oder über Feuerwehrleitern evakuiert werden können. Ein Albtraum, nicht nur für die Verwaltungsmitarbeiter, sondern auch für die Feuerwehr.

Die Teilnehmer der CDU-Radtour machen auch Halt beim Rathaus, das derzeit umgebaut wird.

Die Radler konnten sich auch im Inneren des Gebäudes vom Baufortschritt überzeugen. Wer es ganz genau wissen wollte, warf auch mal einen Blick auf den Bauzeitplan. Den Keller sparte Grimm bei seiner Führung allerdings aus, hier waren schon die Maler zugange.

Rathaussanierung in Groß-Zimmern nach aktuellem Stand 400.000 Euro teurer als geplant

Die Baumaßnahme liegt jedoch nicht nur im Zeitplan, sondern auch noch relativ dicht am geplanten finanziellen Rahmen. Jedes Gewerk musste vor Beauftragung öffentlich ausgeschrieben werden, 6,4 Millionen Euro sind bereits verausgabt. Schon vor Corona habe man mit der Tatsache leben müssen, dass die Auftragsbücher der Baufirmen voll sind, so Grimm. Dennoch habe man für jedes Gewerk mindestens zwei Angebote erhalten. Ursprünglich waren Sanierungskosten in Höhe von 8,4 Millionen Euro eingeplant gewesen. „Stand heute liegen wir 400 000 Euro darüber“, berichtete Grimm, „bei jeder Submission hältst du die Luft an, dass die Angebote im Kostenrahmen bleiben.“

Die Führung ging auch noch in den ersten und zweiten Stock, wo sich die Besucher überall von den Fortschritten überzeugen konnten. Derzeit werden die Decken wieder eingezogen, die Fassade bekommt ihre Außenwände. Mancher freute sich über den guten Blick auf Groß-Zimmern, den man normalerweise so nicht genießen kann. Auch schön: ganz andere Durchblicke. Zum Beispiel passt sich der Kirchturm der evangelischen Kirche wunderbar in die neuen schmalen, hohen Fenster ein, sodass der Turm fast wie in einen Rahmen gesetzt wirkt. (Von Agnes Badener)

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