Groß-Zimmern beteiligt sich erstmalig an der „Fachkräfteoffensive Erzieherinnen und Erzieher“

„Superheld/in“ gesucht

Damit betritt die Gemeinde Groß-Zimmern Neuland: In der Kita Hörnertweg wird ab 1. September eine Berufsanfängerin die praxisintegrierte vergütete Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher (PivA) absolvieren.
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Damit betritt die Gemeinde Groß-Zimmern Neuland: In der Kita Hörnertweg wird ab 1. September eine Berufsanfängerin die praxisintegrierte vergütete Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher (PivA) absolvieren.

Die Gemeinde Groß-Zimmern beteiligt sich erstmalig an der „Fachkräfteoffensive Erzieherinnen und Erzieher“ der Hessischen Landesregierung, um Betreuungspersonal zu gewinnen und zu halten. Eine Bewerberin beginnt mit der vergüteten praxisintegrierten Ausbildung in der Kita Hörnertweg.

Groß-Zimmern – „Du möchtest täglich ein/e Superheld/in sein? Dann suchen wir genau DICH!“ Mit diesem Slogan sucht die Gemeinde Groß-Zimmern derzeit nach Fachpersonal für die gemeinde-eignen Kitas Wichernweg, Hörnertweg und Nordring. Zum neuen Kindergartenjahr fehlen zudem noch mehrere pädagogische Fachkräfte für Kinder im U 3- sowie Ü 3-Bereich für den Neubau Semder Pfad in Klein-Zimmern. Die Anzeige steht auf der Homepage der Gemeinde und erscheint in der Tageszeitung sowie im Interamt, dem Stellenportal des öffentlichen Dienstes, berichtet Sabrina Felger vom Personalamt der Verwaltung. Doch die Konkurrenz ist groß, der Stellenmarkt schon lange leer gefegt. Groß-Zimmern beteiligt sich deshalb erstmalig an der „Fachkräfteoffensive Erzieherinnen und Erzieher“ der Hessischen Landesregierung. Mit diesem Programm sollen Impulse für die Einrichtungsträger zur Personalgewinnung und –bindung in der Kindertagesbetreuung gesetzt werden. Zudem wird ein Zuschuss für die Schaffung von Plätzen im Rahmen der Praxisintegrierten vergüteten Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher (PivA) gewährt. Auch diese Absolventen erhalten den Abschluss „Staatlich anerkannte Erzieher“ und sind in allen sozialpädagogischen Tätigkeitsfelder einsetzbar.

Beim „klassischen“ Ausbildungsmodell wird zwei Jahre lang eine fachschulische Ausbildung absolviert, im dritten Jahr folgt ein vergütetes Berufspraktikum in einer pädagogischen Einrichtung. Die praxisintegrierte vergütete Ausbildung dauert ebenfalls drei Jahre, Studierende der Fachschulen für Sozialwesen besuchen jedoch in der Regel an zwei bis drei Tagen in der Woche die Fachschule und arbeiten an den anderen Tagen in einer pädagogischen Einrichtung. In dieser Zeit werden alle Inhalte abgedeckt, die auch in der bisherigen Form der Ausbildung vermittelt werden. Die Mitarbeiter der Zimmerner Gemeindeverwaltung betreten mit der Teilnahme an der Fachkräfteoffensive Neuland, was mit „viel Papier“ verbunden sei, sagt Felger und berichtet: „Wir haben uns im Vorfeld überlegt, ob wir mit der Fachschule in Darmstadt oder in Dieburg zusammenarbeiten sollen. Dann kam die Bewerbung einer Schülerin rein, die sich an der Landrat-Gruber-Schule in Dieburg angemeldet hat.“ Zwischenzeitlich hat der Gemeindevorstand eine Kooperationsvereinbarung mit der Schule geschlossen, die die PivA seit Sommer 2020 anbietet, und die Bewerberin eingestellt. Ausbildungsstart soll am 1. September in der Kita Hörnertweg sein. Grundlage der Vergütung ist nach Auskunft von Sabrina Felger der Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes – TVAöD-Pflege. Diese beträgt im 1. Ausbildungsjahr 1 165 Euro, im 2. Jahr 1 227 Euro und im 3. Jahr 1 328 Euro. An pauschalen Zuschüssen werden pro Monat und auszubildender Person im 1. Jahr 1 450 Euro, im 2. Jahr 1 130 Euro und im 3. Jahr 540 Euro gewährt. Berufspraktikanten erhalten gemäß Tarifvertrag ein monatliches Entgelt in Höhe von 1 627 Euro.

Die Gemeinde Groß-Zimmern hat bislang jährlich in zwei von ihren vier Betreuungseinrichtungen – die fünfte ist die Kita Semder Pfad in Klein-Zimmern und derzeit noch im Bau – jeweils einen Berufspraktikanten beschäftigt. Im Jahr darauf waren dann die beiden Einrichtungen am Zuge, die zuvor keinen Praktikanten hatten. „Seit diesem Jahr haben wir uns erstmalig dafür entschieden, jeder unserer Betreuungseinrichtungen die Möglichkeit zu geben, einen Berufspraktikanten zu beschäftigen oder alternativ einen PivA-Ausbildungsplatz zu besetzen“, informiert Felger. „Natürlich verfolgen wir damit das Ziel der späteren Übernahme und somit der Fachkräftegewinnung.“ Neben der Auszubildenden für die Kita Hörnertweg konnte die Gemeinde weitere Verträge mit Berufspraktikanten für die Kitas Wichernweg und Blumenstraße (Klein-Zimmern) abschließen; Einstellungstermin ist jeweils der 1. September. „Lediglich für die Kita Nordring sind wir noch auf der Suche“, sagt Felger. Deshalb wurde die Stelle aktuell noch einmal ausgeschrieben.“ Vielleicht findet sich doch noch jemand, der „täglich ein/e Superheld/in“ sein möchte.

Von Sabine Müller

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