Unbekannte feiern auf dem Bogenplatz und randalieren

Nach unerlaubten Partys: Verwüstung bei den Groß-Zimmerner Bogenschützen

Ärger bei den Bogenschützen: Gruppen junger Menschen missbrauchen den Bogenplatz häufig als Party-Hotspot. Folgen: Unter anderem liegen Strohballen umgeworfen am Boden.
+
Ärger bei den Bogenschützen: Gruppen junger Menschen missbrauchen den Bogenplatz häufig als Party-Hotspot. Folgen: Unter anderem liegen Strohballen umgeworfen am Boden.

Seit einiger Zeit, besonders aber in der Corona-Krise, wird der Bogenplatz der Groß-Zimmner Bogenschützen am Klärwerk von Gruppen junger Menschen als Partyhotspot missbraucht. Müll, Kippen, zerbrochene Flaschen und Zerstörung sind die Folge, die die Sportler nicht mehr hinnehmen wollen. Nun drohen den Verursachern ernste Konsequenzen.

Groß-Zimmern – Kopfschüttelnd steht der erste Vorsitzende der Bogensportabteilung, Jürgen Jost, auf dem Trainingsgelände am Klärwerk und schaut sich den Schaden an. Eine der schweren Strohscheiben liegt am Boden, einige Strohballen sind umgeworfen worden und an der Schiesslinie und unter der Überdachung liegen Müll, Zigarettenkippen und zerbrochene Flaschen. Seit Anfang März ist jeden Montag die große Frage der Schützen: Was werden wir heute vorfinden?

„Leider hat die zumeist männliche Jugend entdeckt, dass der Bogenplatz aufgrund seiner Lage und Abgeschiedenheit genau ihrem Zweck entspricht“, berichtet Jost. Ungesehen und offensichtlich auch ungehört feiern sie am Grillplatz Partys mit den entsprechenden Folgen. Verpackungsmaterial von Pizzalieferungen, leere und zerbrochene Flaschen, Dosen sowie Essensreste werden wild verstreut, obwohl Müllkörbe zur Verfügung stehen. Abgesehen davon, muss der Verein dann die Kosten und Mühen aufbringen, den Müll wieder zu beseitigen.

„Saustall“: Groß-Zimmerner Bogenschützen wollen Verwüstungen nicht mehr so hinnehmen

Nach den Partys liegen an der Schiesslinie und unter der Überdachung Müll, Zigarettenkippen und zerbrochene Flaschen.

Platzwart Kirsten Staudt meint bedauernd, dass der Verein eigentlich nichts dagegen hätte, wenn mittags mal ein Paketfahrer oder ein Rentner dort Pause machten. Diese Menschen räumten aber auch ihren Müll wieder weg und hinterließen keinen „Saustall“. „Diese Praxis kann nun, so leid uns das tut, nicht mehr geduldet werden“, ärgert sich Bogenschützen-Abteilungsleiter Jost, „denn der Bogenplatz ist ein Privatgelände.“ Was auch auf nicht wenigen Schildern um den Platz herum bekannt gegeben wird.

Auch die direkte Ansprache der jungen Leute führte zu keinem Ergebnis. „Erst einmal wurde Verständnis vorgetäuscht“, berichtet Jost, „aber später wurde das gleiche Auto noch mehrmals auf dem Gelände gesehen.“ Es sei also wie immer: Die Leute, die sich an die Regeln halten, leiden unter einigen Unverbesserlichen, die meinen, sie könnten sich alles erlauben.

Die Kosten zur Beseitigung des Mülls und die Wiederbeschaffung des zerstörten Materials belasten die Vereinskasse stark.

Jürgen Jost, erster Vorsitzender der Bogensportabteilung

Die Bogenabteilung bedauert, dass sie zu diesem Vorgehen gezwungen wird, diesem Verhalten ein Riegel vorzuschieben. Aber da die Vereinsmitglieder auf dem Platz alles ehrenamtlich aufgebaut haben und in Schuss halten müssen, sei das notwendig. „Die Kosten zur Beseitigung des Mülls und die Wiederbeschaffung des zerstörten Materials belasten die Vereinskasse stark“, meint Jost.

Ärger bei den Bogenschützen: Gruppen junger Menschen missbrauchen den Bogenplatz häufig als Party-Hotspot. Die Folgen: Unter anderem die schweren Strohscheiben liegen am Boden.

Als neustes Highlight bekommen die Bogenschützen von Eltern aus der Umgebung erklärt, „wie wir uns auf unserem Gelände verhalten müssen“. Da stellt sich für den Abteilungsleiter die Frage, „ob wir dies auf ihrem Grundstück auch dürfen?“

Groß-Zimmerner Bogenschützen drohen mit Anzeige wegen Hausfriedensbruch

Deshalb unterstützt ab sofort die Polizei den Verein durch häufigere Streifen. Auch die Schützen werden in Zukunft verstärkt einen Blick auf das Gelände haben und die Polizei bei der Räumung des Geländes um Hilfe bitten.

Jürgen Jost erklärt, dass die Schützen hier ihre Freizeit verbringen und sich entspannen wollen. Wenn er diese Zerstörung sieht, platzt ihm aber auch schon mal der Kragen. „Ob die jungen Leute das in ihrem eigenen Garten auch so machen würden?“ Die Schützen hoffen, dass ihr Gelände und ihr Anliegen in Zukunft respektiert werden. Bei Nichtbeachtung drohen andernfalls ab sofort Anzeigen wegen Hausfriedensbruch. (lahe)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare