Flucht, Vertreibung, Versöhnung

Alfred Herold tot: Leben für Sudetendeutsche Landsmannschaft und BdV

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Ausstellung im Oktober 2016 zur Heimat im Sudetenland: Alfred Herold (Mitte) mit Ehefrau Irene Herold, Hainburgs Ex-Bürgermeister Bernhard Bessel, Sohn Günther Herold und Klaus Pairan (von links).

Bei einem seiner letzten öffentlichen Auftritte stand er selbst im Mittelpunkt: Im Oktober 2016 würdigte der Heimat- und Geschichtsverein Hainburg in einer Sonderausstellung Alfred Herold – für seinen Einsatz für Vertriebene sowie die Aussöhnung mit den heutigen Bewohnern seiner ehemaligen Heimat im Sudetenland.

Hainburg – Vor wenigen Tagen starb der CDU-Politiker und Ehrenpräsident des Bundes der Vertriebenen im Alter von 87 Jahren. .

Herold, durch sein Engagement in der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL) und im Bund der Vertriebenen (BdV) bekannt, wurde am 16. September 1931 in Bärn (Ostsudetenland) geboren und erlernte den Kaufmannsberuf. Seine Arbeit in SL und BdV war für ihn ein Lebenselixier. So war er Vizepräsident des Bundes der Vertriebenen, stellvertretender Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft und Mitglied im Stiftungsrat der Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“.

Für sein Engagement verlieh ihm der damalige Ministerpräsident Roland Koch den Hessischen Verdienstorden. 2012 wurde Herold zum Ehrenvorsitzenden des BdV-Landesverbands ernannt. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und der Wenzel-Jaksch-Medaille.

Durch seine Tätigkeit als selbstständiger Versicherungskaufmann und durch die Kommunalpolitik lernten ihn viele Hainstädter persönlich kennen. Später war Herold vor allem in Vertriebenenorganisationen aktiv. Er war seit 1958 Mitglied der Sudetendeutschen Landsmannschaft. 1972 gehörte er erstmals dem Landesvorstand an. 1981, im Alter von 50 Jahren, wurde er zum SL-Landesobmann gewählt.

Als CDU-Politiker in unterschiedlichen Funktionen

In seinem Heimatort Bärn (heute Tschechische Republik) hat Herold zahlreiche Restaurierungs- und Wiederaufbaumaßnahmen vor allem an kirchlichen Objekten initiiert und begleitet. Bei den ersten Reisen dorthin gestalteten sich auch banale Dinge wie das Finden einer Unterkunft schwierig – ein Hotel gab es nicht mehr.

Von 1964 bis 1985 war der CDU-Politiker in unterschiedlichen Funktionen in der Gemeindevertretung in Hainstadt beziehungsweise Hainburg tätig; so von 1977 bis 1985 als Erster Beigeordneter. Von 1968 bis 1985 war er Mitglied des Kreistags Offenbach. Um die Palette seiner Aktivitäten zu komplettieren, sei erwähnt, dass Herold Mitglied in fast 20 Vereinen und Verbänden war.

Bei der Beisetzung gestern auf dem Hainstädter Friedhof würdigte Landtagsvizepräsident Frank Lortz seinen Partei- und persönlichen Freund mit den Worten: „Er hat sich nie einer Aufgabe verweigert. Er war mit seinem Leben, seinen Aktivitäten und seiner Haltung gutes Beispiel und Vorbild.“ Auch im Namen von Ministerpräsident Volker Bouffier sagte er: „Alfred Herold hat sich um die Gemeinde Hainburg, den Kreis Offenbach und das Land Hessen verdient gemacht.“  

mho/mt

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