Repair-Café Hainburg

Alten Schätzchen neues Leben einhauchen

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So nützlich wie gesellig geht’s zu im Repair-Café – wenn das Virus nicht gerade die Absage erzwingt.

Im Repair-Café in Hainburg sind die Hälfte aller defekten Geräte noch zu retten. Der Apriltermin fällt wegen Corona allerdings aus. 

Hainburg – „Und was macht der? Nix mehr?“, scherzt einer der Reparateure des Hainburger Repair-Cafés, als er einen Auftrag entgegennimmt. Dabei ist die Frage gar nicht unberechtigt, denn egal ob Walkman, Radio oder Kaffeemaschine: Gut kann’s dem Gerät nicht gehen, wenn es repariert werden muss.

Traditionsgemäß am ersten Donnerstag im Monat haben sich sechs von insgesamt sieben Ehrenamtlichen beim Heimat- und Geschichtsverein eingefunden, um Mitbürgern aus der Patsche zu helfen. Schließlich ist ärgerlich und ungewohnt, wenn von einem auf den anderen Tag der Drucker sich nicht mehr einschalten lässt oder das liebgewonnene Nostalgieradio den Geist aufgibt. So kommen allerhand Besucher ins Café, um ihre Schätze vor der Mülltonne zu retten. Zur Freude der Aktiven, die entweder ihren früheren Beruf etwa als Elektromechaniker wieder aufleben lassen oder ihr Hobby ausleben können.

Ein Café wäre freilich kein Café ohne Kaffee, Kuchen und rege Gespräche. Deshalb ist ein kleines Kuchenbuffet angerichtet, und die Hausherren erklären, an was sie da gerade herumschrauben oder um welches Problem es sich diesmal handelt. Tatsächlich kann dieses durchaus mal darin bestehen, dass schlicht das Einschalten vergessen wurde.

Grundgedanke des Repair-Cafés war, dass ein Fachmann erklärt, was der Besucher tun muss, damit er sich selbst am defekten Gerät versuchen kann. Da es jedoch einige Menschen mit zwei linken Händen gibt, stellte sich heraus, dass die zupackende Art wesentlich geräteschonender und doch gesellig ist.

Zwar geben die Fachleute immer ihr Bestes; dass dies genügt, ist indes nicht gewährleistet. So gibt es Geräte, die binnen weniger Minuten wieder top sind, andere nehmen erst nach Stunden ihre Arbeit wieder auf, Dritte sind irreparabel. Manchmal, erzählt Otto Bach, gebe es auch Überraschungen: „Zum Beispiel dann, wenn ein Gerät wieder arbeitet, obwohl einige Teile gar nicht mehr eingebaut worden sind.“

Fakt ist auf jeden Fall, dass der Laie nicht oft das Innenleben eines Mixers oder einer Musikanlage erblickt, ohne ihn oder sie vorher unrettbar zerstört zu haben. Allein aus Neugier, aber auch weil immerhin die Hälfte der Geräte reparierbar ist, lohnt es sich, im Repair-Café vorbeizuschauen und mit einer kleinen Zeitinvestition den treuen Drucker, Mixer oder was auch immer zu neuem Leben zu erwecken.

Coronabedingt fällt das Repair-Café jedoch am Donnerstag, 2. April, aus. Über weitere Termine ist noch nicht entschieden. 

zcy

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