Bräunen und sich wohl fühlen

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Das Sonnenstudio No. 1 hat schon vor Jahren ein freiwilliges Qualitätsmanagement eingeführt.

Hainburg ‐ Die Wortwahl ist bezeichnend: Edgar Beheim spricht nicht von Kunden, sondern von Gästen, die in seine Sonnenstudios kommen. „Wir wollen die Leute nicht nur braun machen, sie sollen sich wohl fühlen und die positiven Seiten der Sonne nutzen“, sagt der Chef von Sonnenstudio No.1 unserer Zeitung in Hainburg. Von Marc Kuhn

Dazu soll auch die mediterrane Atmosphäre in seinen Häusern beitragen. Und die Erwartungen an die Mitarbeiter sind hoch. Sie sollten „in erster Linie herzlich und offen sein“, fügt Silke Bachmann, Beheims Lebensgefährtin hinzu. Der Erfolg gibt ihnen recht. „Wir sind in Hessen die größte Sonnenstudio-Kette“, erklärt der gebürtige Lämmerspieler. Zu ihr gehören mittlerweile 19 Filialen im Rhein-Main-Gebiet. Sie beschäftigt bis zu 200 Menschen - viele Frauen auf 400-Euro-Basis.

1993 wagte Beheim den Sprung in die Selbstständigkeit. Vorher habe er eine „grundsolide kaufmännische Ausbildung“ genossen und im Handel mit Stahlprodukten gearbeitet, berichtet er. Das Unternehmertum liegt ihm wohl in den Genen. Fast alle in der Familie seien selbstständig, erläutert Beheim. „Ich will selbst entscheiden, was ich tue und meinen Erfolg selbst bestimmen.

10.000 Verträge sind es bereits

Heute versteht sich Beheim als Systemgeber. Er besitzt vier Sonnenstudios, darunter das erste, das er in Mühlheim eröffnet hatte. Die übrigen gehören seinem Franchise-System an. Die Inhaber seien selbstständige Kaufleute, sagt Beheim, die den eingetragenen Markennamen und die Qualitätsstandards vom Sonnenstudio No. 1 nutzen und das Ausbildungssystem durchlaufen. Die Studios besitzen zwischen acht und zehn Kabinen. Die Filialen erwirtschaften jährlich einen Umsatz in Höhe von etwa 3,5 Millionen Euro, wie Beheim erklärt.

Edgar Beheim

Oft würden die Filialen von den leitenden Mitarbeitern übernommen, berichtet Beheim. Er will weiter expandieren, „wenn es passt“. Pro Jahr sollten ein bis zwei Läden öffnen. „Es wird aber immer schwieriger, gute Standorte zu finden.“

Da sein Geschäft den Schwankungen der Jahreszeiten unterliegt, hat Beheim Mitgliedschaften beim Sonnenstudio No. 1 eingeführt. Etwa 10.000 Verträge seien es bereits - „damit ist man in Deutschland führend“. Sie würden stabile Umsätze garantieren. Im Schnitt komme es 150 bis 200 „Besonnungen“ am Tag in den Läden, erläutert Bachmann. 65 Prozent der Kunden sind Frauen, 35 Prozent Männer. „Die Zahl der Männer nimmt zu“, sagt Bachmann.

Da die Branche wegen der Gesundheitsrisiken des Bräunens mit einem schlechten Image kämpft, hat Beheim bei seiner Kette schon vor Jahren das freiwillige Qualitätsmanagement „geprüftes Sonnenstudio“ eingeführt. Das von Dermatologen, der Deutschen Krebshilfe, der Strahlenschutzkommission und den Verbänden erarbeitete Regelwerk wird in einem sogenannten Tagesaudit geprüft. Danach wird die Urkunde überreicht. Hauptkriterien sind die Beratungsleistung der Mitarbeiter, die Hygiene und die Gerätetechnik. Alle Filialen haben sich der freiwilligen Qualitätsprüfung unterworfen.

Gefahren berge das Sonnen lediglich bei einer Überdosierung, sprich Sonnenbrand, sagt Beheim. Und: „Neue Studien belegen, das UV-Licht nicht nur bräunt, sondern auch lebenswichtig ist.“ Dabei spiele die Vitamin D3 eine wichtige Rolle. Es trage beispielsweise zur Stärkung der Knochen sowie des Herz-Kreislauf- und Immunsystems bei.

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