Anträge von SPD und Grünen finden keine Mehrheit

Braucht Gemeinde Hainburg mehr sozialen Wohnungsbau?

Hainburg – Der Wohnungsmangel im Rhein-Main-Gebiet nahm breiten Raum ein, als Hainburgs Gemeindevertreter im Feuerwehrhaus Klein-Krotzenburg tagten. Anlass war ein Antrag der Sozialdemokraten. VON MARKUS TERHARN

Sie wollten den Gemeindevorstand beauftragen, „Grundstücke zu benennen, die für öffentlich geförderten Wohnungsbau geeignet sind und sich im Eigentum der Gemeinde befinden“. Dies als Ersatz für Areale in der Neuen Ortsmitte, die umgewidmet worden waren. Die beiden lokalen Baugenossenschaften sollten finanziell unterstützt werden durch Gewährung von Darlehen oder Baugrund auf Erbpachtbasis. Falls dies nicht zu Ergebnissen führe, solle die Gemeinde dafür externe Bauträger oder Investoren gewinnen.

SPD-Fraktionschef Manfred Tilsner begründete dies mit einer Warteliste in niedriger dreistelliger Höhe: „Mehr als 100 Menschen suchen also bezahlbaren Wohnraum.“ Es gebe in Hainburg zwar noch Bauland für 300 bis 400 Euro pro Quadratmeter, aber das könne sich nicht jeder leisten. Sozialer Wohnungsbau bringe auch nicht, wie gern behauptet, „zwielichtige Gestalten“, sondern Krankenschwestern oder -pfleger.

Noch weiter ging ein Ergänzungsantrag der Grünen, der konkret drei Flächen benannte. An Bahnlinie, Martinstraße und Ostring könne die Gemeinde Baurecht für Liegenschaften in ihrem Eigentum schaffen, so Fraktionschef Cliff Hollmann. Der Wohnungsbau dort würde aus Landesmitteln gefördert.

Bürgermeister Alexander Böhn (CDU) entgegnete, beide Baugenossenschaften seien zu Neubauten nicht in der Lage: Die Hainstädter hätten im Bestand modernisiert, die Klein-Krotzenburger einige Häuser aufgestockt. In Hainstadt gebe es noch Reserveflächen, in Klein-Krotzenburg werde darüber verhandelt.

Zwar verwies der Grüne Thorwald Ritter auf vorhandenes Geld und günstige Zinsen, betonte die Notwendigkeit, die Böhn bestritt. Gegen die Stimmen von CDU, SPD und Teilen der Freien Wähler konnten sich die Grünen indes nicht durchsetzen. Auch die SPD scheiterte mit ihrem ursprünglichen Anliegen an der Unionsmehrheit – trotz grüner Unterstützung.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare