Bürgerversammlung in Klein-Krotzenburg

20 Ideen für Rathausneubau

+
Die interessierten Bürger, darunter einige Gemeindevertreter, richteten auch kritische Nachfragen an die Referenten.

Hainburg - ÖPNV, Breitbandausbau und Rathausneubau waren die Themen bei der Bürgerversammlung am Mittwochabend im Feuerwehrhaus Klein-Krotzenburg. Rund 50 Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über Änderungen beim Busverkehr, die Möglichkeiten des schnelleren Internets und den Planungsstand für den neuen Verwaltungssitz zu informieren. Von Katrin Stassig

Die Frage nach dem Baubeginn kann Bürgermeister Alexander Böhn (CDU) nur mit einer „optimistischen“ Schätzung beantworten. Wenn alles nach Plan läuft, könnte im Frühjahr 2019 der erste Spatenstich für das neue Rathaus auf der „Postwiese“ in Klein-Krotzenburg erfolgen. Frühestens. Interessante Details liefert Böhn den Besuchern der Bürgerversammlung allerdings bezüglich des „architektonischen Realisierungswettbewerbs“ für den Neubau. Auf die EU-weite Bekanntmachung haben sich 80 Büros gemeldet, die an diesem Wettbewerb teilnehmen wollen. „Wir waren erstaunt über die Zahl der Bewerbungen“, sagt Böhn. 20 sind ausgewählt worden, weitere fünf als Nachrücker. Die Büros erhalten in diesen Tagen die notwendigen Unterlagen und haben dann bis Ende März Zeit, ihre Pläne und Modelle einzureichen.

Auf dem 6241 Quadratmeter großen Grundstück an der Kreuzung von Landesstraße 3065 und Kirchstraße soll ein Gebäude mit einer Nutzfläche von 2094 Quadratmetern entstehen. Nach Vorstellung der Gemeinde Hainburg soll das Rathaus ein modernes Dienstleistungszentrum darstellen, in dem sich Besucher gut zurechtfinden und Ämter, die zusammenarbeiten, über kurze Wege verbunden sind.

Themenseite zum Rathaus-Neubau

Die Büros, die am Wettbewerb teilnehmen, erhalten Informationen über den Raumbedarf der Abteilungen und die Mitarbeiterzahl. Der Kostenrahmen ist auf 4,4 Millionen Euro festgesetzt. Laut Satzung müssen 70 Stellplätze für Mitarbeiter und Besucher auf dem Grundstück vorhanden sein, außerdem 20 bis 25 Fahrradstellplätze für Mitarbeiter und sieben für Besucher.

Für 17. April ist die Sitzung der Preisrichter terminiert, die aus den Entwürfen einen Sieger auswählen. Im Anschluss sollen die Modelle auch der Öffentlichkeit präsentiert werden. Der Kommission gehören neben Fachleuten (Architekten) der Bürgermeister und die Fraktionsvorsitzenden an. Erster Beigeordneter Christian Spahn und Ehrenbürgermeister Bernhard Bessel sollen als Gäste vertreten sein.

Einen breiten Rahmen nahm in der Bürgerversammlung der Tagesordnungspunkt zum Breitbandausbau in Klein-Krotzenburg ein. Volker Pechmann, Regio-Manager der Telekom, informierte ausführlich über Produkte und Bandbreiten, erläuterte die Funktionsweise der neuen Vectoring-Technik und beantwortete Fragen aus dem Publikum zur Umstellung. Diese ist, nach Abschluss des Ausbaus in Klein-Krotzenburg, voraussichtlich ab 27. Dezember möglich und erfolgt nicht automatisch. Die Kunden müssen einen Auftrag erteilen, ihren Vertrag umstellen.

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Hainburg

Die Änderungen im Nahverkehrsplan hatte Klaus Böttcher, Verkehrsplaner bei der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach (kvgOF) schon bei der Bürgerversammlung im vergangenen Jahr vorgestellt. Mit dem Fahrplanwechsel zum 10. Dezember habe die kvgOF nachgebessert, auch Konsequenzen aus kritischen Rückmeldungen und Kundenbeschwerden im Laufe des Jahres gezogen. Dies betrifft zum Beispiel die Linie OF-86 von Mainhausen über Seligenstadt und Hainburg nach Obertshausen. Dort war es in Stoßzeiten zu Engpässen gekommen, sodass Fahrgäste stehen blieben. Eine zusätzliche Fahrt um 6.25 Uhr ab Mainflingen zum Bahnhof in Obersthausen (Ankunft 7.22 Uhr) soll montags bis freitags Abhilfe schaffen. Auf dieser Strecke wurde außerdem eine Frühfahrt ab 4.18 Uhr eingerichtet. Einige Kunden seien tatsächlich auf dieses Angebot angewiesen, um pünktlich vor sechs Uhr an ihrem Arbeitsplatz zu sein, so Böttcher. Die Änderungen sind im Vorwort des neuen Fahrplanhefts aufgeführt.

Bürgermeister Alexander Böhn kündigte für die nächsten Jahre (laut Gesetzesvorgabe bis 2022) den barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen an. Vor allem in Hainstadt bestehe diesbezüglich noch Handlungsbedarf. Bei 30.000 bis 50.000 Euro pro Haltestelle ein kostspieliges Unterfangen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare