Bürgermeister Alexander Böhn: Naturschützer schüren Ängste

BUND sieht große Eiche auf Hainburger Grundstück durch Bauprojekt bedroht

Herausragend: Thorwald Ritter (links) und Hans-Peter Bicherl sorgen sich um die Eiche auf einem Baugrundstück an der Alberndorfer Straße. Der Investor bemüht sich nach eigenen Angaben um Erhaltung.
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Herausragend: Thorwald Ritter (links) und Hans-Peter Bicherl sorgen sich um die Eiche auf einem Baugrundstück an der Alberndorfer Straße. Der Investor bemüht sich nach eigenen Angaben um Erhaltung.

Naturschützer des BUND sorgen sich um die Zukunft einer Eiche an der Alberndorfer Straße in Hainburg, nachdem ein Investor Pläne für eine Wohnbebauung auf dem Grundstück vorgestellt hat. Bürgermeister und Projektträger betonen indes, man sei sich einig, dass es sich um einen schützenswerten Baum handele.

Hainburg – Sie ragt buchstäblich heraus, die Eiche an der Alberndorfer Straße in Hainstadt. Schon von der Offenbacher Landstraße aus ist die Krone des Baumes, der auf einem wildbewachsenen Grundstück wurzelt, zu sehen. Die Eiche mit ihren ausladenden Verästelungen prägt zweifellos das Straßenbild.

Dass sich das bald ändern könnte, befürchtet der Ortsverband des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): Die Eiche sei von einem Bauprojekt bedroht, teilt Vorstandsmitglied und Grünen-Urgestein Thorwald Ritter der Redaktion mit. Anwohner hätten den BUND auf die Gefahr der Beseitigung aufmerksam gemacht und um Unterstützung gebeten. Mit Nachdruck wolle man sich für Schutz und Erhaltung des schön gewachsenen Baumes einsetzen. Ritter: „Bei der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises hat der BUND die Ausweisung als Naturdenkmal beantragt.“

Vom Gemeindevorstand und dem Investor erwarten Thorwald Ritter und Hans-Peter Bicherl vom BUND-Ortsverbandsvorstand Unterstützung. Die Bebauung könne schließlich auch mit ausreichend Abstand zur Baumkrone realisiert werden.

Besagtes Bauprojekt wurde inzwischen im Gemeindevorstand vorgestellt, bestätigt Hainburgs Bürgermeister Alexander Böhn (CDU). Der Investor, die Seligenstädter Firma Gefi-Bau, hat das Privatgrundstück erworben und plant eine Wohnbebauung. „Neben der städtebaulichen Planung des Areals hinter der Hainstädter Offenbacher Landstraße war auch besagte Eiche Thema in der Besprechung“, gibt Böhn Einblick. „Da waren sich alle, nämlich Investor, Architekt und auch Gemeindevorstand, einig, dass es sich um einen schönen und schützenswerten Baum handelt, der für die gesamte Bebauung identitätsstiftend und adressgebend ist und auch künftig sein kann“, so Böhn, der seinen Ärger darüber, dass vertrauliche Informationen aus der nicht öffentlichen Sitzung des Gemeindevorstands so schnell den Weg in den BUND-Vorstand gefunden haben, nicht verbirgt.

Er fährt fort: „Es wurde festgelegt, dass in einem ersten Schritt konkrete Vermessungsarbeiten stattfinden, um die genaue Lage zu fixieren und die Planung mit verschiedenen Hinweisen weiter zu entwickeln.“

Der Projektträger selbst betonte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass die Bauantragsplanung noch in den Kinderschuhen stecke. „Es wird mindestens bis zum kommenden Frühjahr dauern, bis wir konkrete Angaben machen und sagen können: So wird’s. Die Eiche soll aber erhalten und integriert werden“, bestätigt Sven-Erik Neitzel von der Firma Gefi-Bau die Auskunft des Bürgermeisters. Gutachter sollen erst Fragen zu Zustand und Standsicherheit des Baumes klären.

Alexander Böhn zeigte sich überrascht, dass diese Informationen nicht auch vom BUND weitergegeben wurden – bei der Besprechung sei Hans-Peter Bicherl immerhin anwesend gewesen. Stattdessen seien einseitig Ängste und Befürchtungen geschürt und Forderungen über die Presse gestellt worden, kritisiert der Bürgermeister das Vorgehen der Naturschützer. (Von Franziska Jäger)

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