Probelauf für „ASTplus“ im Ostkreis

Bus on Demand ist ehrgeiziges Vorhaben

+
Neue Wege beim Anruf-Sammel-Taxi will die KVG gemeinsam mit den Kommunen gehen.

Hainburg – Es ist ein ehrgeiziges Vorhaben. Das sagte Andreas Maatz, der Geschäftsführer der Kreisverkehrsgesellschaft (kvgOF), deutlich, als er den Gemeindevertretern in Hainburg das Projekt „ASTplus“ vorstellte. Von Katrin Stassig

Der „Bus on Demand“, also auf Abruf, eine erweiterte Form des Anruf-Sammel-Taxis, soll Mitte des Jahres zunächst in den Ostkreis-Kommunen Seligenstadt, Hainburg und Mainhausen starten und in den nächsten drei Jahren auf den gesamten Kreis Offenbach ausgedehnt werden.

Im Gegensatz zu den bisherigen Anruf-Sammel-Taxis deckt das Angebot nicht nur bestimmte Zeitfenster ab, sondern soll an sieben Tagen die Woche mindestens 20 Stunden am Tag verfügbar sein. Vorgesehen sind Kleinbusse, die keine feste Strecke fahren und sich an keinen festen Fahrplan halten, sondern nach Bedarf zu den Kunden kommen.

Diese können sich das ASTplus mittels Smartphone-App nach Hause bestellen und sich von dort zur nächsten Station oder einem „Point of Interest“ (Schule, Krankenhaus, o.ä.) befördern lassen – oder umgekehrt. „Ein Punkt muss eine Haltestelle, ein zweiter kann die Haustür sein“, erläutert Maatz. Ein Ziel ist es, Wohn- oder Gewerbegebiete mit großer Entfernung zur nächsten Bahn- oder Busstation besser anzubinden und auch die Verknüpfungen innerorts und zwischen den drei Kommunen im Ostkreis Offenbach zu verbessern – ohne dabei das vorhandene ÖPNV-Netz zu ersetzen.

Die Kreisverkehrsgesellschaft arbeitet bei der Umsetzung mit dem Softwareentwickler „Door2Door“ aus Berlin zusammen und nimmt mit diesem Projekt laut Maatz eine Vorreiter-Rolle ein. Bundesweit gebe es wenig Angebote dieser Art; diese beschränkten sich meist auf das Wochenende oder die Nachtstunden.

Bis zum angepeilten Start im Juni dieses Jahres sind noch einige Details zu klären. So soll das ASTplus auch für Menschen ohne Smartphone nutzbar sein, die es telefonisch ordern können. Auch die Höhe des Komfortzuschlags für die Abholung an der Haustür ist noch nicht festgelegt. Die Höhe des Tarifs beeinflusst unter anderem die Kosten, die auf die Kommunen zukommen.

Autonome Taxen ändern den Stadtverkehr

Anhand von Modellrechnungen zeigte kvgOF-Geschäftsführer Maatz auf, wie hoch das zusätzliche Defizit für das neue Angebot ausfallen könnte, von dem die Städte und Gemeinden ihren Anteil übernehmen müssen. Bei konservativ geschätzten vier Nutzern pro Stunde müssten sich Seligenstadt, Hainburg und Mainhausen 92.000 Euro teilen. Die Gemeinde Hainburg müsste davon 23.000 Euro übernehmen. Bislang schießt die Gemeinde 46.800 Euro für die bestehende AST-Linie zu – das entspricht 13 Prozent des AST-Gesamtdefizits von 344.000 Euro.

Eine unbekannte Größe ist letztlich die Akzeptanz, die das Projekt in der Bevölkerung erfährt. Je mehr Menschen es nutzen, desto günstiger wird es für die Kommunen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare