Die Generationen übergreifend

Hainburgs Gemeindevertreter billigen Anregungen zu Simeonstift

Eingangssituation und Grünflächen sind Aspekte, die Hainburgs Gemeindevertreter bei ihren Planungen für das Gelände des Simeonstifts beschäftigen.
+
Eingangssituation und Grünflächen sind Aspekte, die Hainburgs Gemeindevertreter bei ihren Planungen für das Gelände des Simeonstifts beschäftigen.

Hoch her ging es in der Hainburger Gemeindevertretung beim Thema Simeonstift. So hoch, dass Parlamentsvorsteher Oliver Möser sanft, CDU-Fraktionschef Jürgen Harrer scharf darauf verwies, dass es noch nicht um den Bebauungsplan gehe. Sondern zunächst einmal darum, Anregungen und Bedenken von Trägern öffentlicher Belange einzuarbeiten.

Ergebnis der Abstimmung am Montag in der Kreuzburghalle: Zur Kenntnis genommen von der Unionsmehrheit gegen SPD und Grüne bei Enthaltung der Bürger für Hainburg. Zudem soll die Gemeinde eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit der Unteren Naturschutzbehörde beim Kreis schließen. Dafür waren CDU und Grüne, dagegen die Sozialdemokraten, die Bürger enthielten sich.

Zuvor war der Grüne Thorwald Ritter mit dem Versuch gescheitert, die allseits angestrebte „breite Mehrheit“ zur einhelligen auszubauen. Die Fraktion begrüße grundsätzlich den Abriss von Altbauten und die Schaffung von Mehrgenerationenhäusern „mit einem hoffentlich hohen Anteil an Sozialwohnungen“, so deren Vorsitzender Cliff Hollmann. Sie mache sich aber stark für die Erhaltung einer 3800 Quadratmeter großen Wiese, um den Eingriff in Natur und Landschaft zu kompensieren. So bleibe auch der Abstand zu den umliegenden Feldern, die „Splittersiedlung Simeonstift“ sei besser in die Umgebung eingebunden.

Ritters Kritik entzündete sich an naturschutzrechtlichen Aspekten. So bemängelte er das Fehlen einer Bestandskarte, die sich mit den Planungen vergleichen ließe. Außerdem monierte er unterschiedliche Angaben zur Ausgleichsfläche. Ferner müsse die Kommune „nicht 1:1 den Wünschen des Investors entgegenkommen“, meinte der Grüne und zitierte zwei Prinzipien, die er selbst eher im christdemokratischen Spektrum verortete: „Eigentum verpflichtet“ und „Bewahrung der Schöpfung“.

Es folgte der Auftritt von SPD-Mann Osman Durmus, der eine lange Rede vorbereitet hatte und sie leidenschaftlich vortrug. Das Projekt werde die angespannte Situation bei den Kindergärten weiter verschärfen; es gebe keine Pläne zur Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche; es fehle ein Konzept zum Ausbau der Fuß- und Radwege; es brauche eine 25-Prozent-Quote für sozialen Wohnungsbau; unklar sei, ob die Verkehrswege für 100 oder 120 Wohneinheiten ausgelegt seien; für Wohnstraßen wie den Triebweg seien maximal 400 Fahrzeuge am Tag „akzeptabel oder zumutbar“. In dieser Form könne die SPD nicht zustimmen. Seine Argumente könnte Durmus wiederholen, wenn es wirklich um den Bebauungsplan geht.

CDU-Fraktionschef Jürgen Harrer hatte bereits eingangs signalisiert, die Union wolle bei der Beschlussvorlage bleiben. Ein generationenübergreifendes Wohnen in der Gemeinde sei greifbar nah, „ohne zusätzlichen Flächenverbrauch und zusätzliche Bausubstanz“. Es würden nur Ruinen abgerissen und ihre Flächen sinnvoll genutzt.

Mit den Einlassungen von Kreis Offenbach, Hochtaunuskreis, Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main und Regierungspräsidium Darmstadt, ohne die Einwendungen des Bunds für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), die sich mit den Grünen-Positionen decken, nahm das Parlament die Vorlage zur Kenntnis. Das Papier geht also weiter seinen Weg durch den Geschäftsgang. (Von Markus Terharn)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare