"Erwartungen, keine Wünsche"

Gutenbergschule: Vertretungslehrer und ständig neue Stundenpläne

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An einem Tisch: Landtagsvizepräsident Frank Lortz mit der Vorsitzenden des Elternbeirats an der Hainburger Johannes-Gutenberg-Schule, Britta Windt.

Britta Windt, Vorsitzende des Elternbeirats der Hainburger Johannes-Gutenberg-Schule (JGS), fühlt sich von Landtagsvizepräsident Frank Lortz falsch verstanden.

Hainburg –  Der CDU-Politiker sprach nach seinem Besuch in der Schule in einer Pressemitteilung davon, dass Windt eine Wunschliste überreicht habe. Gleichzeitig zitierte Lortz Schulleiterin Susanne Heintz, die der Einrichtung eine „gute Lehrerversorgung“ bescheinigt habe.

„Wir Elternvertreter haben keine Wunschliste überreicht“, betont Britta Windt. Sie nannte es ein „Situationspapier“, das die Zustände aus Elternsicht darstelle. In der Runde seien mit den Politikern (auch Bürgermeister Alexander Böhn war beim Termin anwesend) und Vertretern des Staatlichen Schulamts Themen diskutiert worden wie unzureichende Lehrerversorgung, unzureichende Betreuungsangebote, sinkende Deutschkompetenz bei Schulanfängern, immer größer werdende Schere zwischen den leistungsstarken und -schwachen Schülern, steigende Gewaltbereitschaft und Infrastrukturprobleme am Standort Waldschule/Dependance. 

Hainburg: Nicht genügend Grundschulpädagogen

Dabei seien die Erwartungen, „keineswegs nur Wünsche“, zusammengefasst worden. Dazu gehöre eine angemessene Lehrerversorgung. „Es ist nicht neu, dass sowohl Schulamt und damit auch die Schulleitung die Lehrerversorgung an der JGS als gut bezeichnen“, führt die Vorsitzende aus. 

Es möge sein, dass rechnerisch ausreichend Stellen vorgesehen seien, was aber nichts daran ändere, dass nicht genügend ausgebildete Grundschulpädagogen für die Schule verfügbar seien. Etwa ein Drittel der Stunden könne nur durch Vertretungen, sogenannte TVH-Kräfte, abgedeckt werden. „Ein Punkt, der im Gespräch auch seitens der Schulleitung bestätigt wurde“, betont Windt.

Folgen dieser seit mehreren Jahren herrschenden Situation seien unter anderem ständige Stundenplanänderungen. „Seit Beginn des aktuellen Schuljahrs trat kürzlich bereits der dritte Stundenplan in Kraft, die nächste Version ist für Ende November angekündigt“, klagt die Eltervertreterin.

Die Schulleitung habe wiederum berichtet, dass es im zurückliegenden Schuljahr elf Stundenplan-Versionen gegeben habe. Elternvertreter hätten mehrfach und ausdrücklich ihr Verständnis für das Kollegium und die Schulleitung betont, dabei aber zum Beispiel kritisiert, dass die Schulkonferenz zuletzt vor mehr als zwei Jahren getagt habe und es aktuell keine gewählten Elternvertreter für diese gebe.

Hainburg: Erste Sitzung des Schulbeirats im neuen Schuljahr steht an

Einig sei sie sich mit Landtagsvize Lortz darin, dass über die erreichten Ziele wie den Bau eines Betreuungsgebäudes an der Dependance berichtet werden sollte. „Dieses Projekt war für mich vor zwei Jahren einer der Hauptgründe, als Vorsitzende für den Schulelternbeirat anzutreten und mich für die Anliegen der Familien einzusetzen“, betont Britta Windt. Daher empfinde sie es immer noch als „unhaltbaren Zustand“, dass die JGS seit Jahren als Schule mit Ganztagsprofil 1 geführt werde, dieses jedoch aufgrund der fehlenden Infrastruktur nur der Hälfte der Schüler anbieten könne.

In Kürze stehe die erste Sitzung des Schulelternbeirats im neuen Schuljahr an. Da werde den Elternvertretern das „Situationspapier“ ebenfalls übergeben. „Wir freuen uns auf erste Verbesserungen, die Frank Lortz für die JGS bewirken kann“, so Britta Windt mit Blick auf das Versprechen des Landtagsvizes, er werde sich „überall nach Kräften dafür einzusetzen, dass die Verhältnisse an der Johannes-Gutenberg-Schule über das bisherige Maß hinaus noch weiter verbessert werden können“.

Von OLIVER SIGNUS

Fördermaßnahmen für Vereine waren Thema einer Informationsveranstaltung im Sitzungssaal des Feuerwehrhauses Klein-Krotzenburg. Dazu hatten Bürgermeister Alexander Böhn und Erster Beigeordneter Christian Spahn Vorstände aller Hainburger Vereine gebeten.

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