Schillernde Paradiesvögel

ÖVV-Fastnachter starten mit Fünf-Stunden-Gala

Cowgirls und Cowboys in Miniaturausgabe: Der Frohsinn-Kinderchor sorgte für Stimmung.

Klein-Krotzenburg - Mit einem dreifach donnernden „Krotzeborsch helau!“ eröffnete die Gemeinschaft der örtlichen Vereine und Verbände (ÖVV) ihre 39. Fastnachtskampagne. Von Sabine Müller

Im rund fünfstündigen Programm in der Radsport-Narhalla hatten Akteure wie Publikum sichtlich Spaß am abwechslungsreichen, spritzigen und niveauvollen Programm. Mächtig stolz sind die ÖVV-Fastnachter auf ihr sympathisches Prinzenpaar Christoph I. und Eva I. , das mit viel Beifall empfangen wurde.

Ahoi! Die Leichtmatrosen Jürgen Bott und Stefan Bonifer vom Elferrat nahmen die Gäste mit aufs Narrenschiff, das schnell an Fahrt gewann, durchs stürmische Gewässer der ersten von insgesamt drei großen Fremdensitzungen. Nach dem Einzug von Elfern, Pagen und Prinzengarde samt Fahnenschwenkern unter den Klängen der MG Eintracht begrüßte ÖVV-Präsident Wolfgang Barth Besucher aus allen Ländern, sogar die Hainstädter wurden eigens erwähnt. Für die Lokalpatrioten das Startsignal, um den zweiten Hainburger Ortsteil kräftig durch den Kakao zu ziehen. Als das große Geheimnis um das neue Prinzenpaar endlich gelüftet war, stimmten Klaus Kemmerer und Pianist Helmut Baum mit dem Krotzenburger Lied auf die fünfte Jahreszeit ein.

Musikalisch ging’s flott weiter

Musikalisch ging’s flott weiter mit dem Frohsinn-Kinderchor unter Anleitung von Andreas Schwab, Sabine Müller und Claudia Zimmermann-Steidl, der – ausstaffiert als Cowgirls und Cowboys in Miniaturausgabe – das Lasso rausholte. Viel Mut bewiesen die Solistinnen Marie Bachheibl, Sophie Kemmerer und Anna-Lena Grimm, wobei Letztgenannte mit ihrer Forderung „Ich will ‘nen Elfer als Mann“ brillierte. Die Trainerin bewies, dass sie auch für diese Kampagne die Prinzengarde von ÖVV und Turnerschaft wieder in Top-Form aufgestellt hatte, Luis Schilling dagegen musste als Einzelkämpfer in die Bütt. Der 14-Jährige brachte sein Sitzungsdebüt zum Thema Taschengeld-Aufbesserung mit Bravour über die Bühne und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Erneut wurden Revuebeine geschwungen: Die Young Diamonds vom Volkschor gaben als platinblonde „Boxenluder“ Gas, bevor Fastnachtsausschuss-Chef Gottfried Frickel zum Protokoll des Vorjahres antrat. Seit 1987 kommentiert er zur Erheiterung des Publikums mit Talent und viel Temperament das Weltgeschehen, da bekam die „Bundesmutti“ ebenso ihr Fett weg wie das Dreamteam „B & B“, in Hainburg bekannt als Bessel & Böhn.

Wunschkonzert des HR 1 einstudiert

Das Ensemble Cross Voices vom VC 1881 hatte unter Leitung von Stefan Weih das Wunschkonzert des HR 1 (Hainstadt Radio Welle 1) einstudiert: ein Potpourri mit Titeln von den Comedian Harmonists bis Elvis. Als Solisten waren Mike Lang, Anna Kins und Stefan Weih zu hören, als Wetterfee fungierte Birgit Hofmeister, der Wetterbericht kam von Marijana Kekez. Über die Ungereimtheiten unserer Sprache dozierte im Anschluss „Deutschlehrer“ Stefan Bonifer, stellte sich dabei in der Bütt gedanklich auf die Zehenspitzen und wurde mit Stehapplaus belohnt.

Das Publikum war auf Touren gebracht, so konnte das Männerballett der TKK-Handballer mit seinem „Hu-hu-Hubschraubereinsatz“ gleich mit ihm abheben. Das Zwiegespräch der „Putzfrauen“ Erna und Mariesche alias Elke Werner und Carola Staab, unterbrochen von der Pause, war gespickt mit ernüchternden Erkenntnissen aus dem Alltag. Zum Anbeißen der TKK-Schautanz „Candy Girls“ von der Gruppe „Yes, Dance!“, ein Ohrenschmaus danach die „Hofsänger aus Krotzeborsch“ – die Aktiven von Cantare und Männerchor des Frohsinn 1857 (Leitung: Andreas Schwab; Arrangements: Peter Krausch; Klavier: Helmut Baum; Solisten: Uwe Lohr, Jörg Flügel, Klaus Kemmerer; Texte: Jörg Flügel, Gottfried Frickel).

Bilder von der ÖVV-Sitzung

Fastnachtssitzung der ÖVV

Nochmal flogen die Röcke: Lila-grüne Dirndl und fescher Tirolerhut, das war die „Alpen-Gaudi“ der Gruppe „Diamonds“ vom VC 1881, zwölf schillernde Paradiesvögel flatterten durch den Saal beim Schautanz der „Dance Company“ von der TKK, seit Jahren ein Höhepunkt der ÖVV-Fastnacht sowie Prinzessinnenschmiede. Den Vogel in der Bütt abgeschossen hat Sitzungspräsident Wolfgang Barth als Neuling in Sachen Kultur, der die Theaterkarten für Tristan und Isolde ablehnt: „Naa, nur für mich un mei Fraa“, und nach dem Sprung in den Spagat weiß, warum das Ballett „Nussknacker“ heißt.

Das kreischende Auditorium beflügelte das Korz-Lang-Fett-Quartett (Helmut Baum, Thomas Becker, Bernd Trageser, Stephan Winter, Geoff Frickel). Die Jungs waren 2012 bei „Mainz bleibt Mainz“ im ZDF vor sechs Millionen Zuschauern aufgetreten und rockten jetzt den Saal, bis alles klatschte, tanzte, auf den Stühlen stand. Jürgen Bischoff intonierte schließlich den ÖVV-Final-Song „Ramba-Zamba in Kla-Krotzeborsch“ mit allen Aktiven.

Bilanz: Eine tolle Leistung der 175 Amateurdarsteller vor und hinter der Bühne und eine kunterbunte Show, in die viel Zeit und Herzblut investiert wurde.

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