Hainburger Markt

Feierlaune als stabile Konstante

+
Längst ein Klassiker beim Hainburger Markt: Der Flohmarkt an der Lessingstraße garantiert seit Jahren Zulauf. Rund 100 Anbieter waren diesmal dabei.

Hainburg -  „Vieles verändert sich – der Hainburger Markt bleibt, was er ist“. Andreas Grosser muss es wissen.

Als Vorsitzender des Hainburger Gewerbevereins war er am Wochenende gleichsam oberster Gastgeber beim größten Freiluftspektakel, das seine Heimatgemeinde das Jahr über zu bieten hat. Dem Publikum scheint’s recht zu sein: Dieser Hainburger Markt war immerhin der 40. seiner Art und erwies sich einmal mehr als Magnet.

Dabei hatte die Veranstaltung am Freitag einen eher durchwachsenen Start erwischt. Als Bürgermeister Alexander Böhn, als Schirmherr in der Pflicht, am frühen Nachmittag den Hammer zum Bieranstich schwang, strahlte die Sonne mit der Prominenz auf der Bühne in der Eisenbahnstraße um die Wette. Außer Böhn begrüßte Vereinschef Grosser den Landtagsvizepräsidenten Frank Lortz, wie Böhn Christdemokrat, und den SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Jens Zimmermann. Abseits der politischen Proporzwaage genossen Sponsoren- und Vereinsvertreter den öffentlichen Auftritt. Brauereichef Robert Glaab aus Seligenstadt hatte die inzwischen berühmte Bierkutsche anspannen lassen. Von einem Rätselwettbewerb für Kinder abgesehen, machten die Veranstalter um den runden Geburtstag wenig Aufhebens.

Am Freitagabend funkte kurz der Wettergott mit Schauern dazwischen, zur Entschädigung folgte dann aber ein sonnenstarker Sommersamstag. So konnte der Hainburger Markt auch diesmal wieder sein, was er immer ist und laut Grosser auch bleibt: Bunt, bisweilen laut, voller Abwechslung und ohne einengendes Ordnungsprinzip. Nicht historisch verortet, nicht mit künstlerischer Ambition oder regionalem Exklusivanspruch – dafür mit einem Hang zum Superlativ. Ob die Party über drei Abende und zweieinhalb Tage noch immer der größte Gewerbemarkt in der Gegend ist, muss offen lassen, wer nicht gezählt und verglichen hat. Die im Vorfeld angesagten 100 Stände dürften über die drei Tage zusammen gekommen sein.

Hainburger Markt in Bildern

Wer vor zehn Jahren zum letzten Mal dagewesen ist, stellt durchaus Veränderungen fest: Die doppelte Marktzeile entlang der Offenbacher Landstraße scheint gegenüber früher komprimiert. An Ausdehnung zugelegt hat der Flohmarkt an der Lessingstraße, diesmal ebenfalls von rund 100 Händlern beschickt und auch dann dicht bevölkert, wenn – wie am frühen Samstagnachmittag – der Besucherstrom eher wie ein Rinnsal aussah. Das Publikum ist bunter, die Stände der Vereine zwischen den heimischen und angereisten kommerziellen Anbietern sind seltener geworden. Dafür ist die Speisekarte in die Breite gewachsen und internationaler.

Dem gegenüber stehen die Konstanten: Das kräftige Frühstück bei der Feuerwehr, auch diesmal ein Dreh- und Angelpunkt. Die Modenschau beim Textilhaus Blumör. Der Vergnügungspark, diesmal mit einem 42 Meter hohen Riesenrad inklusive Rhein-Main-Panoramablick bis Taunus und Odenwald. Das gewaltige Kuchenbuffet in der Sporthalle an der Offenbacher Landstraße, das auch heute, da selber Backen wieder Mode ist, so bezeichnet werden muss. Auch Neues gibt es wahrzunehmen: Winnis Puppenhausmuseum gab es vor zehn Jahren noch nicht, auch nicht den Hofflohmarkt bei Winfried Gärtner in der Paradiesgasse. Der Heimat- und Geschichtsverein hat sich mit seinen Ausstellungen an den Markttagen etabliert. Diesmal waren an der Elisabethenstraße vor allem Erinnerungen an Vatertagsausflüge in vergangenen Jahrzehnten und historische Postkarten zu sehen.

Zu den stabilen Gewissheiten beim Hainburger Markt gehört die Feierlaune, die rund um die Live-Bühne aufzukommen pflegt – schubweise tagsüber, wenn Vereine, Schulen und Kitas ihre Showtalente aufbieten, und besonders abends. Stimmungsraketen wie Olga Orange und der legendäre Geoff haben dort an Samstagabenden schon gezündet. Diesmal war Thomas „Tom Jet“ Jeutter dran, der praktisch jede Art Musik kann und eine Nacht der Schlagergiganten vom Stapel ließ. Angeheizt hatte am Freitag die Combo „Mission2Party“, am Sonntagnachmittag gab es eine Flamenco-Show. So sah sich, wer’s vergessen hatte, in der 40. Auflage nachdrücklich erinnert, was der Hainburger Markt vor allem ist: kompromisslos populär. (zrk)

Bilder: Große Vielfalt beim Hainburger Markt  

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare