Gaststätte „Tannenhof“ in Klein-Krotzenburg hat die Zeit überdauert

Rastplatz für Jäger und Pilger

Die Geschichte des Tannenhofs im Wald bei Klein-Krotzenburg, unweit der Wallfahrtsstätte Liebfrauenheide, lässt sich bis in die Zwanzigerjahre zurückverfolgen.   - Foto: paw
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Die Geschichte des Tannenhofs im Wald bei Klein-Krotzenburg, unweit der Wallfahrtsstätte Liebfrauenheide, lässt sich bis in die Zwanzigerjahre zurückverfolgen.

Klein-Krotzenburg - Heimatbiograf Eddi Daus (1926-2012) hat die Historie von Brauereien und Gasthäusern der Region in seiner Chronik „Gerstenkorn und Hopfendolde“ (1999) akribisch auf mehr als 330 Seiten zusammengetragen. Unter anderem auch die Geschichte des „Tannenhofs“ am Triebweg in Klein-Krotzenburg.

Die Vorgeschichte der Waldgaststätte konnte Eddi Daus nur bruchstückhaft erforschen. Seiner Chronik ist zu entnehmen: Otto Weimar, Vorsitzender der Turngesellschaft und des späteren Turnvereins, die sich 1923 unter dem Namen Turnerschaft zusammenschlossen, übernahm im Januar 1925 die Gaststätte „Zum Tannenhof“ am Triebweg, die vorher „Haus am Triebweg“ hieß. Ob er das Haus selbst gebaut hat, konnte nicht ermittelt werden. Fest steht aber, dass es ihm gehörte und er es Tannenhof nannte. Nicht nur die Vereine sorgten mit ihren Sommer- und Waldfesten für regen Betrieb. Auch die Jäger der „Blauen Jagdgesellschaft“, die in der Klein-Krotzenburger Gemarkung die Jagd in Wald und Feld gepachtet hatten, sowie die Pilgerscharen in der nahe gelegenen Liebfrauenheide, machten im Tannenhof Rast.

Otto Weimar hätte in Freuden leben können, aber in Folge seines leichtfertigen Lebensstils machte er Bankrott und konnte ab März 1928 seine Außenstände durch Verpfändung von zwei Schweinen begleichen. 1932 erhielt die Seligenstädter Brauerei Glaab bei der Zwangsversteigerung den Zuschlag für das Anwesen. Glaab hatte schon im Jahr 1931 das Pachtrecht erhalten und im Juni des gleichen Jahres die Eheleute Antonie und Josef Luger als Wirtsleute eingesetzt, die mit ihrer Familie die Gaststätte 40 Jahre führten.

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Seinerzeit hieß es nicht: Wir gehen in den Tannenhof, sondern zur „Lugern“. Bei dieser Bezeichnung blieb es, bis die einzige Tochter des Gastwirtspaares, Lieselotte Herden, geborene Luger, das von ihren Eltern übernommen Lokal im Juli 1976 schloss. Ihr folgte im November Lieselotte Schwab aus Offenbach, die am 31. März 1978 den Pachtvertrag wieder auflöste. Nicht zuletzt wegen der 1973 durch die Gemeinde in 200 Metern Entfernung errichteten Waldhütte gab es eine ernsthafte Konkurrenz. Ausgestattet mit einem Wirtschaftsbetrieb entwickelte sie sich rasch zu einem beliebten Aufenthaltsort für Rentner aus der Region.

Der griechische Gastronom Kourtoglou, der in den sechziger Jahren mit seiner Familie nach Deutschland kam, pachtete 1978 den Tannenhof, den er dann 1990 der Brauerei abkaufte. Die Kourtoglous restaurierten die Gaststube und erneuerten auch die Außenanlagen. Unterbrochen von einer dreijährigen Verpachtung an einen Einheimischen, bewirtschaftet die Familie Kourtoglou seit 1998 den Tannenhof wieder selbst. (paw)

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