Nun geht es an die Umsetzung

Weichenstellung für Rathausneubau und Leitfaden zur Integration

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Der Siegerentwurf von Studio Bornheim: Nach einem Vergabegespräch mit der Gemeindeverwaltung und dem Beschluss der Gemeindevertretung erhalten die Architekten aus Frankfurt den Zuschlag für den Rathausneubau auf der „Postwiese“ in Klein-Krotzenburg.

Hainburg - Umfangreiche Tagesordnung, kurze Sitzung: Nach ausgiebigen Beratungen im Ältestenrat haben die Gemeindevertreter in Hainburg in der letzten Sitzung vor der Sommerpause die meisten Punkte einstimmig und ohne Aussprache verabschiedet, dabei jedoch wichtige Weichen gestellt: Unter anderem für den Neubau des Rathauses und die Erstellung eines Integrationskonzeptes. Von Katrin Stassig 

Die Gemeindevertreter haben in ihrer Sitzung im Feuerwehrhaus Hainstadt am Montagabend die Vergabe von Architektenleistungen für den Rathausneubau beschlossen. Beauftragt wird das Studio Bornheim aus Frankfurt, das Mitte April als Sieger aus dem Architektenwettbewerb hervorgegangen war (wir berichteten). Die Architekten Christopher Unger und Peter Ritter überzeugten auch im Verhandlungsverfahren mit der Gemeindeverwaltung und dem Planungsbüro Freischlad & Holz, das den Wettbewerb betreut hatte. Auch die Zweit- und Drittplatzierten hatte die Gemeinde Hainburg zum Gespräch eingeladen; die Büros verzichteten jedoch, da sie sich keine Chancen auf einen Zuschlag ausrechneten.

Die Jury, der auch Vertreter der politischen Fraktionen angehörten, hatte sich bei der Entscheidung für den Preisträger des Architektenwettbewerbs einmütig für den Entwurf von Studio Bornheim ausgesprochen, der auf ganzer Linie überzeugte. Auch im Vergabegespräch erfüllten die Architekten die Zuschlagskriterien in ausreichendem Maße, punkteten mit einer verständlichen, aufschlussreichen und engagierten Präsentation. Kleinere Schwächen wurden lediglich bei Teamstabilität und Feinmaschigkeit der Kostenermittlung festgestellt. Insgesamt, so das Resümee, mache das Planungsteam einen kompetenten und aufgeschlossenen Eindruck und lasse eine erfolgversprechende Bearbeitung der übertragenen Leistungen erwarten. Entsprechende Verträge sollen zeitnah ausgearbeitet werden.

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Keine so lange Vorlaufzeit wie beim Rathausneubau, aber doch bald zwei Jahre Diskussion waren nötig, um den Antrag für ein Integrationskonzept zu einem positiven Abschluss zu bringen. Ursprünglich handelte es sich um einen Vorstoß der Grünen auf Anregung des Ausländerbeirats, verabschiedet wurde am Montag ein Änderungsantrag der CDU. Die stand der Idee ursprünglich skeptisch bis ablehnend gegenüber, zweifelte an der Notwendigkeit eines solchen Konzepts. Den langen Weg bis zur Entscheidung ließ Osman Durmus (SPD) Revue passieren, der sich in seiner Funktion als Vorsitzender des Sozialausschusses dafür eingesetzt hatte, die Forderung umzusetzen. Durmus hatte eine Arbeitsgruppe aus „Hainburger Intellektuellen“ angeregt – Vertreter von Vereinen und Kirchen, aus Schulen und Kitas – die über die Notwenigkeit eines Integrationskonzeptes befinden sollte und schnell zu der Empfehlung kam, dass ein solches sinnvoll wäre.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Das überzeugte auch die Zweifler in der CDU. Die Arbeitsgruppe habe mit ihrer Einschätzung „ein Stück weit sensibilisiert“ räumte CDU-Fraktionschef Jürgen Harrer ein, dessen Partei folgenden Änderungsantrag formulierte: „Der Gemeindevorstand wird beauftragt, einen Leitfaden zur Integration zu erstellen und hierzu mit Experten aus Gemeinde und Kreis zusammen zu arbeiten.“ Die Mitglieder der Arbeitsgruppe seien sich einig gewesen, dass Integration übergreifen stattfinden müsse und nicht nur speziell für ausländische Mitbürger. „Ein Leitfaden schafft Transparenz über vorhandene Angebote, Ansprechpartner, Kontaktdaten etc. und hilft somit, sich schnell zu orientieren und sich besser zurechtzufinden“, schreibt die CDU in ihrer Begründung. Wigbert Appel (BFH) regte vor diesem Hintergrund einen zentralen Ansprechpartner bei der Gemeinde für alle Neubürger an.

Zur ursprünglichen Forderung der Grünen sah Susan Ritter nur semantische Unterschiede. „Wichtig ist, dass der Antrag bald umgesetzt wird.“ Thorwald Ritter (Grüne) hingegen störte sich an einigen Formulierungen. Der Begriff „Experten“ sei zu hoch gefasst, ein Leitfaden liste im Gegensatz zu einem Konzept womöglich eher vorhandene Angebote statt Handlungsempfehlungen auf. SPD-Fraktionschef Manfred Tilsner wollte hingegen nicht im Kleingedruckten suchen. „Wichtig ist, es muss jetzt anfangen zu laufen.“ Bei zwei Enthaltungen aus den Reihen der Grünen wurde der Antrag angenommen.

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