Gesamtkonzept von Fachleuten

Gemeindevertreter wollen auch die Bürger am Verkehrsplan beteiligen

+
Für den breiten Ostring in Klein-Krotzenburg sieht das Verkehrskonzept nach dem Wunsch der CDU eine Verkehrsberuhigung vor.

An einem ganzen Satz Stellschrauben will Hainburg mit einem Verkehrsplan für das komplette Gemeindegebiet drehen.

Hainburg – Einstimmig und ohne Aussprache bei zwei Enthaltungen aus den Reihen der Bürger für Hainburg (BfH) billigten die Gemeindevertreter einen Vorschlag von Bürgermeister Alexander Böhn (CDU). Zu den wichtigsten Baustellen zählen der Hainstädter Ortsdurchfahrt und der Klein-Krotzenburger Ostring.

Dort, an der südöstlichen Peripherie, sähe die Unionsfraktion die lange Verbindung zwischen der Landesstraße 3065 und dem ehemaligen Fähranleger am liebsten umfassend verkehrsberuhigt. Lediglich die bestehende Tempo-30-Zone auszuweiten, reicht den Christdemokraten nicht. Ihr Antrag, stattdessen ein Gesamtkonzept zu stricken und dafür ein Fachbüro oder eine Hochschule heranzuziehen, ging ebenfalls ohne Gegenrede bei einer Enthaltung aus den Reihen der SPD durch.

Hainburg: Hoffen auf Lkw-Durchfahrverbot

Geht es nach dem Rathauschef, landet diese Idee im großen Topf, den die Kommune unter der Regie des renommierten Verkehrsplaners Jürgen Follmann aufsetzen und mit den Bürgern durchrühren will. Weitere Zutaten liefert laut Böhn eine Verkehrszählung, welche die Gemeinde in Absprache mit der Landesverkehrsverwaltung Hessen Mobil während der mehrwöchigen Sperrung der Limesbrücke anberaumt hatte. Danach hat im Herbst 2019 der Lastwagenverkehr am nördlichen Hainstädter Ortsausgang in Richtung Klein-Auheim um täglich 111, in Gegenrichtung sogar um 407 Fahrzeuge abgenommen.

Für den Bürgermeister ein willkommener Anlass, beim Regierungspräsidium in Darmstadt neuerlich und mit Nachdruck wegen eines Lkw-Durchfahrverbots in Hainstadt anzuklopfen. Mit den Hainburgern will Böhn über dieses und andere Verkehrsthemen spätestens am Dienstag, 10. März, reden. Dann ist im Feuerwehrhaus Klein-Krotzenburg eine Bürgerversammlung mit dem Verkehrsexperten angesetzt. Auch für die Planungswerkstatt, bei der Bürger am Gesamtkonzept (Kosten: 15 000 Euro) mitarbeiten können, hat Böhn mit Samstag, 25. April, schon einen Termin.

Hainburg: Intelligente Vernetzung gefordert

Auf der Tagesordnung stehen dürfte auch eine intelligente Vernetzung innerörtlicher Fuß- und Radwegverbindungen, wie sie die SPD-Fraktion bei der Debatte um das neue Wohngebiet am Simeonstift anmahnte. Entlastung im ruhenden Verkehr schaffen soll eine Neufassung der kommunalen Stellplatzsatzung, die bei CDU, SPD und BfH eine breite Mehrheit fand. So sind bei Wohngebäuden ab vier Einheiten künftig Abstellräume für Fahrräder mit E-Bike-Ladestation, ab 20 geforderten Autostellplätzen mindestens zehn Prozent mit Stromanschluss für E-Autos vorzusehen. Wo Transportbedarf für Güter oder Personen besteht, müssen Stellplätze für Busse oder Laster auf dem Grundstück vorhanden sein.

Wer Stellplätze mit Geld ablösen will, muss tiefer in die Tasche greifen: Pro Pkw-Platz im Wohngebiet werden 8000 statt bisher 7250 Euro fällig. Grundstücksausfahrten dürfen nicht mehr breiter als sechs Meter sein. Ausgeschlossen bleibt in Hainburg der in Hessen inzwischen grundsätzlich mögliche Ersatz von Auto- durch Fahrradstellplätze; ein Grund für die Grünen, die Satzung abzulehnen. Die Bürger scheiterten mit einem Versuch, die Stellplatzforderung an Bauherren auch von der Größe der Wohnungen, bei Pflegeheimen von der Bettenzahl abhängig zu machen sowie eine größere Mindestbreite pro Stellplatz vorzuschreiben. 

zrk

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare