Glaubwürdigkeit gefragt

Hainburg ‐ Was oft als harmlose Party unter Freunden beginnt, endet (zu) häufig in der Notaufnahme. Denn anstatt mit wenig Alkohol viel Spaß zu haben, schütten viele Jugendliche weit mehr Alkohol in sich hinein als ihnen gut tut - am Ende droht das gefürchtete „Komasaufen“. Erziehungsberechtigte stehen dem oft rat- und hilflos gegenüber. Von Michael Hofmann

Am Mittwoch, 24. Februar, findet im Zuge der bundesweiten Kampagne „Klartext reden!“ ein Informationsabend für Eltern von Schülern der Klassen sieben bis zehn an der Kreuzburgschule Hainburg statt (19.30 Uhr in der Aula, Kanalstraße 45).

Im Mittelpunkt der Alkoholpräventions-Kampagne, organisiert vom „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ des Bundesverbands der Deutschen Spirituosen-Industrie (BSI), steht die Aufgabe, Eltern praxisnahe Tipps und Antworten auf brennende Fragen zu geben, etwa: Wie kann ich mit meinem Kind ins Gespräch über alkoholhaltige Getränke kommen ohne dass es gleich abblockt? Oder: Wie kann ich im Umgang mit alkoholhaltigen Getränken ein glaubwürdiges Vorbild sein? Wie kann ich wirksam Grenzen setzen?

Eine statistische Bewertung unter Teilnehmern der ersten 17 Informationsabende hat gezeigt, dass 85 Prozent der Eltern auch tatsächlich ein Gespräch zum Thema Alkohol mit ihren Kindern führten und 71 Prozent sich besser gerüstet fühlten, das Thema „Alkohol“ mit ihren Kindern zu besprechen.

Motivation der Eltern ist wichtig

Die Kampagne wurde vom „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ des BSI ins Leben gerufen und von unabhängigen Wissenschaftlern zusammen mit Vertretern des BundesElternRates entwickelt. In der begleitenden Broschüre („Klartext reden – Ein Gesprächsleitfaden für Eltern zum Thema Alkohol“) sind die wichtigsten Infos und praxisnahe Tipps zusammengefasst.

Der Diplom-Psychologe Dr. Bernd Schneider hält die Motivation der Eltern für wichtig und setzt auf offene Gespräche: „Das Motto der Klartext-Workshops könnte auch „Eltern stark machen“ heißen. Denn es geht in erster Linie darum, Eltern zu unterstützen und zu motivieren, immer wieder das Gespräch mit den Kindern zu suchen, auch wenn dies nicht immer gleich den gewünschten Erfolg bringt. Der Austausch in den Eltern-Workshops ist schon allein deshalb sehr hilfreich, weil Eltern so die Erfahrung machen, dass sie nicht alleine Probleme haben, Grenzen zu setzen und durchzusetzen. „Offene Gespräche, Fürsorge, aber auch klare Regeln und Absprachen vor allem in Bezug auf alkoholhaltige Getränke sind unerlässlich für eine funktionierende Eltern-Kind-Beziehung“, sagt der Psychologe.

Entsprechende Vorgehensweisen und Hilfestellungen dazu werden zusammen mit den Eltern im „Klartext Workshop“ erarbeitet.

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