NABU Hainburg 

Naturschützer entsetzt:  Bienenweide einfach abgemäht

Blumen abgemäht: Nur ein Rest blieb übrig. Fotos:
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Ein Bauer hat die Blumen abgemäht: Nur ein Rest blieb übrig. Naturschützer aus Hainburg sind entrüstet.

Naturschützer aus Hainburg sind entsetzt. Zum zweiten Mal hat ein örtlicher Landwirt dort einen angelegten Blühstreifen zerstört.

Hainburg – „Manchmal könnte man alles hinwerfen. “ Manfred Gutermuth, einer der beiden Vorsitzenden des NABU Hainburg, ist entsetzt. Zum zweiten Mal hat ein örtlicher Landwirt von den Naturschützern eigens angelegte Blühstreifen zerstört.

Schon vor einigen Wochen hatte ein Landwirt einen vom NABU angelegten Ackerblühstreifen einfach unter den Pflug gebracht und damit eine Menge Arbeit inklusive eines hohen dreistelligen Geldbetrags zunichte gemacht. Nun hat ein Bauer an anderer Stelle zugeschlagen. Fassungslos standen Mitglieder des NABU vor dem kläglichen Rest eines Blühstreifens, den sie im vergangenen Jahr nach akribischer Vorarbeit als Bienenweide angelegt hatten. Machte der schwere August-Sturm den Blüten noch den Garaus, freuten sie sich im Frühjahr umso mehr, unter anderem über eine prachtvolle Margeritenwiese von etwa 100 Quadratmetern am Elmstal. Insgesamt standen 37 Blumenarten in Blüte beziehungsweise kurz vor der Blüte. Dieser Tage wollten die NABU-Aktiven die Wiese wässern und fanden sie abgemäht - übrig sind rund drei Quadratmeter.

Manfred Gutermuth, der dieses Projekt mit viel Herzblut vorbereitet hat und die insgesamt sieben Blühfelder auf Hainburger Gemarkung pflegt, zeigt sich tief getroffen: „Es ist einfach nur traurig. Viele Stunden Arbeit von uns wurden mit einem Wisch respektlos zunichte gemacht. Derjenige, der hier gemäht hat, hat nicht nur die diesjährige Blüte vernichtet, sondern die kompletten Rosetten der Wildblumen zerstört, so dass sie nicht wieder austreiben.“

Nicht nur viel Zeit, sondern auch nicht unerhebliche Geldmittel investierte der NABU dafür: Im Vorfeld wurden Bodenproben genommen, eine speziell für diese Böden geeignete mehrjährige Samenmischung mit 37 verschiedenen Blühpflanzen gekauft und ausgesät. Insgesamt sieben Felder von zusammen circa 1000 Quadratmetern, verteilt im Hainburger Gebiet, teils von der Gemeinde zugewiesen, zum Teil an Rändern von Streuobstwiesen des NABU, mussten aufwendig vorbereitet und eingesät werden.

Schon zu diesem Zeitpunkt gab es Enttäuschungen: So fand sich auf einem anderen frisch eingesäten Blühstreifen am nächsten Tag die breite Wendespur eines Traktors über das gesamte Feld. „Da konnte man wohlwollend von einem Versehen ausgehen. Aber diesmal waren die Blumen nicht zu übersehen, unterschieden sich klar und deutlich von der Wiese.“

„Wir wollen mit diesen Blühstreifen dazu beitragen, dass heimische Bienen das ganze Jahr über Nahrung finden. Eigentlich ist dieses Thema mittlerweile in aller Munde, viele Bürger pflegen in ihren Privatgärten eine Bienenweide, auch die Gemeinde Hainburg hat auf ihren Grundstücken Blühwiesen angelegt. Umso mehr empört es uns, dass völlig respektlos die ehrenamtliche Arbeit engagierter Bürger mit Füßen getreten wird“, ergänzt Ewald Erlacher.  mho

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