Werniggraben

Bei Bachlauf weiter alles im Fluss - Hainburgs Grüne streiten sich mit Bürgermeister Böhn

Der Werniggraben liegt den Hainburger Bündnisgrünen am Herzen. Hier besichtigen sie einen neuralgischen Punkt bei der Renaturierung des Bachlaufs: Für einen Parkplatz der früheren Firma Winter wurde diese Fläche massiv aufgeschüttet.
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Der Werniggraben liegt den Hainburger Bündnisgrünen am Herzen. Hier besichtigen sie einen neuralgischen Punkt bei der Renaturierung des Bachlaufs: Für einen Parkplatz der früheren Firma Winter wurde diese Fläche massiv aufgeschüttet.

Es ist ein Herzensprojekt für Hainburgs Grüne: Gern würden ihre Gemeindevertreter den Oberlauf des Werniggrabens aus seinem Rohr befreien, wie es am Unterlauf bereits geschehen ist.

Hainburg - Die Betriebe im Hainstädter Gewerbegebiet profitierten sogar, wenn der Bach renaturiert und zum Waldsaum verlegt würde, argumentieren sie. Nachdem eine Studie die Machbarkeit bestätigt hatte, bewarb sich die Gemeinde um Teilnahme am Programm „100 wilde Bäche in Hessen“, erhielt aber keinen Zuschlag. Darauf verlangten Grünen-Vertreter Einsicht in die zum Wettbewerb eingereichten Unterlagen – vergeblich. „Erstaunlich“, meint Horst Winter, grünes Mitglied im Bau- und Umweltausschuss. Sicherlich könne die Planung „durch die Beratung in den Gremien Unterstützung und vielleicht Verbesserungsvorschläge erhalten“. Fraktionskollege Thorwald Ritter befindet gar, CDU-Bürgermeister Alexander Böhn halte Informationen zur Machbarkeitsstudie und zur Renaturierungsplanung „unter Verschluss“. In diesem Fall wäre ein Akteneinsichtsausschuss „das probate Mittel, um die Rechte der Gemeindevertreter wiederherzustellen“.

„Verwundert“ reagiert der so Kritisierte seinerseits. Fakt sei, dass der Gemeindevorstand eine Planung ausgeschrieben und sich beim Landesprogramm beworben habe. Seine Enttäuschung über die Ablehnung habe er in einem Brief an Staatsministerin Priska Hinz (Grüne) zum Ausdruck gebracht, berichtet der Christdemokrat und legt zum Beweis das Schreiben bei. Darin habe er versucht deutlich zu machen, dass die Gewässerunterhaltung „gerade bei vielen kleinen Bachläufen sehr kostenintensiv ist“ und „die kommunale Familie dringend Unterstützung benötigt“. Da er sich in seinem Bauingenieurstudium intensiv mit dem Thema Wasserbau beschäftigt habe, „konnte ich dies auch aus fachlicher Sicht begründen“.

Auf Böhns Einladung zu einem Ortstermin habe der zuständige Staatssekretär geantwortet, dass er sich gern von der Situation überzeugen würde, so der Rathauschef. Weiter sei signalisiert worden, die Obere Wasserbehörde komme auf die Gemeinde zu, „um vielfältige Möglichkeiten zu besprechen, wie dieses Projekt weitergeführt werden kann und welche Fördermöglichkeiten es gibt“. Nur wegen Corona stünden diese Termine noch aus.

Dies habe er im Ausschuss berichtet, betont Böhn. Beim Antrag habe er die Unterstützung der Grünen vermisst, die es andernorts gegeben habe. Der Antrag auf Herausgabe der Unterlagen sei von allen Fraktionen – außer den Grünen – abgelehnt worden. Schließlich gelte es, „wichtige eigentumsrechtliche Fragen mit den Beteiligten zu klären, was noch nicht in die Öffentlichkeit gehört“. (Von Markus Terharn)

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